Flying Dog – Dogtoberfest Märzen, 5,6%, USA (Frederick,
Maryland)
Kess kokettierend segelt der Hund aus dem Nordosten der Staaten vor
mir auf die Anrichte. Ob sich dahinter ein Terrier oder ein Pudel verbirgt
wird sich in wenigen Minuten zeigen. Das Etikett jedenfalls zeigt am
Hals der US-Standardflasche einen fliegenden Köter im Comic-Style,
der eher an eine bunt tätowierte Fledermaus erinnert. Richtig auf
dicke Hose macht dann aber die um den Bauch des Gefäßes gerollte
Banderole. Auf gelbgrünem Hintergrund bejubeln zwei krampfaderndurchzogene
Jägermeister in süddeutscher TrachtWeißbier trinkend
und Zigarre rauchend ihre Beute, einen torkelnden Dackel, der den Betrachter
mit blutunterlaufenen Augen besoffen anschielt.
Auch wenn der Vergleich mit der überbordenden Schaumkrone der Jägerbiere
hinkt, so kommt das Dogtoberfest doch intensiver und vollmundiger daher
als der Garde Dog, sein kleiner Bruder, der ebenfalls in Frederick gebraut
wird. Auch wenn das Dogtoberfest auf der Münchner Theresienwiese
wohl kaum jemanden hinter dem Riesenrad hervorlocken dürfte, bleibt
das stark malzige und sehr dunkle Saisonbier aus Maryland zumindest
ein beachtenswerter Versuch, der aber noch ausbaufähig ist. Im
Fazit konnte das Flascheninnere das frech-offensive Versprechen des
Flaschenäußeren nur ansatzweise einlösen.
Fazit: Hunde, die bellen, beißen nicht
Wertung: + + + (Gasttester
KL 11/10)