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Flying Dog K-9 Cruiser Winter Ale (7,4 %) 0,355 -Liter-Flasche seit ? aus Frederik/Maryland in den USA
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Über ein zu schlankes Produktportfolio kann man sich bei dieser Brauerei weiß Gott nicht beschweren. Dieses Winter Ale ist trotz der massiven Stammwürze nur noch bis September haltbar. Ich hoffe, dieses Gebräu lagerte nicht monate- gar jahrelang in irgendwelchen Regalen. Der Schaum ist nicht übermäßig beeindruckend, bei Bieren dieser Gewichtsklasse kein Problem. Das rostbraunrote Bordeaux schimmert geheimnisvoll darunter. Ein stark nussiger, im Harzigen etwas schwächerer Geruch überrascht. Trocken. Bitter. Herb. Erdig. Waldbodenartig. Dazu eine Spur, die in Richtung Stout führt. Knochentrockenröstmalzig. Dazu aber eine ölige Hopfennote, die Geschmeidigkeit ins Spiel bringt. Den reichhaltigen Geruchseindruck runden Bitterschokolade und Mokka ab. Herrje. Worauf soll man sich nur konzentrieren?
Und geschmacklich geht es gerade so weiter. Alles vorher Genannte taucht im Aroma wieder auf. Hinzu kommt eine kräuterartige, weihnachtliche Impression, die teils an Lebkuchen, teils an Glühwein erinnert. Aber wirklich nur ganz weit hinten. Vordergründiger ist das schon der Mokkaeindruck, der stark, fest und frisch-röstig ist. Auch die Schokolade macht sich gut, harmoniert prima mit dem Kaffee. Das Röstmalz ist nicht ganz so stoutgeprägt wie im Geruch, sprich: nicht ganz so brachial trocken; dennoch trägt es markante Züge. Nusslikör taucht auf. Ölig. Trocken. Harzig. Hier hat man das Gefühl, ein Bier mit 7,4 Umdrehungen zu trinken. Ansonsten geht dieser Trank überraschen behutsam zu Werke, ohne seine Spielfreude einzubüßen. Das Aroma überschlägt sich fast vor lauter Facetten. Das wirklich freilich ein wenig unruhig. Dieser Eindruck wird durch die eine Spur zu agil aufspielende Kohlensäure verstärkt. Das Wasser ist fein und macht Spaß. Tja. Ein Bier, auf das man sich konzentrieren muss und das den Trinker fordert. Rasches abrtinken is nich. Kleine Schlücke sind gefragt. Und Konzentration. Wer also auf der Suche nach dem schnellen Tod des Durstes ist, der wird hier kaumvorankommen. Das K-9 (geiler Name) fordert den ganzen Trinker. Man muss hinein stechen, sich öffnen, abtasten und erforschen. Etwas anstrengend vielleicht. Dafür bekommt man ein Geschmacksspektrum geboten, dass normalerweise unmöglich zu sein scheint. Fettes Aroma von A bis Z. Schlank im Grunde, dennoch schwer in der Wirkung. Die Mokkaimpression mächtig. Das Schokoladige enorm. Schwarzöliges gleitet im Hintergrund. Das Röstmalz mit seinen Stouttouren nagt. Etwas Meeresbriese und Seetang scheinen verborgen. Ein paar dunkle Beeren kratzen kurz von unten an der Oberfläche. Ein Bier wie eine gute Zigarre. Man muss behutsam und mit Geduld genießen. Ansonsten wird man weggewischt. Ein Gebräu mit Macht und Stärke. Und diese zeigt es auch. Schlank für Augenblicke zwar. Aber in der Summe haut dieses Winter Ale doch enorm in die Magengrube. Das ist keine Schonkost. Das geht ans Eingemachte.

Fazit: Von A bis Z
Wertung: + + + + + [t 07/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja/Nein
Zutaten: Wasser, Malz, HAFER, Hopfen, Hefe
Im Internet unter: www.flyingdogales.com
PS: Geprüft werden muss noch, ob HAFER unter das Reinheitsgebot fällt.