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Flying Dog Snake Dog India Pale Ale (7,1 %) 0,355 -Liter-Flasche seit ? aus Frederik/Maryland in den USA:


Die herrlich abgedrehten Label der Brauerei aus Denver. So auch hier eine beinahe surreale Szene. Bernsteinfarben das klare Bier. Der Schaum sahnig, fein strukturiert, im Volumen entsprechend der Stammwürze beachtlich. Auch der Stand kann gefallen. Der Geruch ist bestialisch hopfig. Genauer gesagt grapefruit-citrusfruchtig bis ins letzte Detail. Wobei ein feiner harziger Malzhauch erfolgreich für etwas Balance und Süße sorgt. Ungewöhnlich ein Hauch Mango, der im Duft steckt.
Mango-Aprikose auch im Antrank. Dazu etwas Grün-Saures, das nicht ganz ausgereift wirkt. Harzig das Malz, nicht wirklich süß, dazu zu bitter. Ätherische Einflüsse sind spürbar, die sind aber untermalt durch eine nicht wirklich geschmeidige grasig-grüne Note, die wenig schmeichelt. Wie überhaupt der Geschmackskörper nicht katzengleich sanft auftritt, sondern recht ruppig und kantig auftritt. Wasser und Kohlensäure sind nicht zu bemängeln. Der Süffigkeitsfaktor ist dennoch nicht sehr hoch. Das Bier wird eindeutig vom Hopfen gelenkt. Der klassische IPA-Faktor: Hopfen bis zum Umfallen, wird auch hier befolgt. Allerdings ist das lange nicht so ausgefeilt, ausgewogen und raffiniert wie bei den richtig guten. Das verwundert, denn die meisten Flying-Dog-Biere trumpften bisher durch ein sehr gelungenes Geschmacksspektrum und edle Ausstaffierung auf. Nicht so hier. Der Snake Dog windet sich (beinahe) vergeblich. Sehr exotisch zwar die Aromatik. Aber das Zusammenbringen der einzelnen Geschmacksfaktoren ist nicht einwandfrei. Das Ganze ist doch recht ruppig. Was sehr schade ist, denn das Potential des Aromas ist groß und ungewöhnlich. Vor allem Grapefruit und Limone sind es, die nicht alltäglich umgesetzt werden. Bissig-sanft, von einem öligen Hauch umschlossen, dennoch spritzig, ein Stück weit angriffslustig. Der Bitterfaktor ist neben der fruchtigen Säure der nächste ausgesprochene Geschmacksträger. Das harzige Malz bleibt da eher im Hintergrund. Das ist sicher nichts für Normalbiertrinker oder Anfänger. Denen wird sicher der Spaß bald vergehen. Für gestandene Genussmenschen ist das aber eine interessante Herausforderung und Abwechslung. Ein Bier mit Charakter und großer Individualität, das ähnlich schräg wie das Label schmeckt, interessant und anregend bleibt bei jedem Schluck. Sicher nicht die Krönung der Harmonie. Dafür aber absolut anders. Aber der Funke, die Leidenschaft, die springt irgendwie nie richtig über.

Fazit: Schräger fliegender Hund
Wertung: + + + + [t 07/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen
Im Internet unter: www.flyingdogales.com