Franken Bräu Weißbier Hell (4,9 %) 0,5-Liter-Bügelverschluss-Flasche
Privatbrauerei seit 1520 aus Mitwitz im Frankenwald in Bayern:
Ein Hefe mit 4,9 % Stammwürze geht nicht in Richtung Schwergewicht.
- - Etwas muffiger Geruch beim Öffnen, der aber schnell einer spritzig-frischen
Weizen-Hefe-Note weicht. Strohig-blumige Nuancen schließen sich
an. Die Schaumbildung ist für ein Weizen ordentlich, aber nicht
berauschend. Leicht beige die Farbe, fein die Poren, dichte Struktur.
Farblich geht das Bier in eine nicht gerade helle Kupfernote über.
Der Duft ist tief und frisch zugleich und wirkt natürlich, wenn
auch ein bisschen spitz.
Der Antrank steht stark im Zeichen des Malzes. Die Anfangsfrische ist
erst einmal nicht anzutreffen. Der Weizen wirkt etwas steif, die Hefe
nicht voll synchronisiert, das Malz etwas dumpf. Die Bittere des Hopfens
entfaltet sich vor allem im Finish. Die Aromaintensität ist gut.
Der Geschmackskörper ist für ein Weizen durchaus schlank aufgebaut,
ohne dabei lau oder leer zu wirken. Eine ordentliche Tiefe zieht sich
gleichmäßig durchs Aroma. Weiziger wird es mittig, hier kommt
der Hauptgeschmacksträger besser in Fahrt, das Bier wird spritziger
und frischer, leichter, ebenso würziger, weil auch die Hefe eine
gewisse Anlaufzeit benötigt. Klar und weich das Wasser. Die Kohlensäure
ist sehr gut eingestellt. Die Süffigkeit ist überdurchschnittlich
hoch. Im Geschmack findet sich schlussendlich noch eine leichte, heuartige
Blumigkeit und eine hefige Säuerlichkeit, die gedämpft auftritt.
Aromatisch sicher kein Weißbier, das absolute Reizpunkte setzt.
Eher ein konservativ-gutmütiges Gebräu, das nicht zu viel
vom Trinker fordert, dafür leicht und locker abfließt und
keine bösartigen Geschmacksuntiefen besitzt, relativ rein und natürlich
wirkt. Die Zutaten sind nicht maßlos in ihrer Ausstrahlung. Die
Harmonie der Inhaltsstoffe lässt nicht zu wünschen übrig.
Eine sichere Bank. Nichts Spektakuläres. Aber auch nichts, das
enttäuschen könnte. Nichts, was wirklich mitreißt, jedoch
auch keine Schwachpunkte, die stören oder untergraben. Keine Glanzlichter.
Nichts Aufregendes. Relativ ausgeglichen. Ein Bier der Mitte.
Fazit: Bier der Mitte
Wertung: + + + + [t 05/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfen,
Hefe