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Frankenmarkter Hefeweisse Hell (5,1 %) 0,5-Liter-Flasche Privat Bräu am Berg Brautradition seit 1626 aus Frankenmarkt in Österreich:


Ziemlich müder Schaum. Kommt über bescheidene Anlässe nicht hinaus. Was ist da los? Nach wenigen Augenblicken ist nur noch eine dünne weiße, flache Kappe übrig. Die Farbe ist ein strohiges Gelb mit Kupfereinschlüssen. Der Geruch ist sektangehaucht, citrusgefärbt, Weizen und Malz halten sich die Wage, das eine etwas dumpf, aber nicht unfrisch, das andere latent süß, die Hefe wirkt natürlich und verströmt eine dezente Säuerlichkeit.
Mild-säuerlicher, mehlig-hefiger, gutmütiger und frischer Antrank. Die Schaumenttäuschung spiegelt sich zum Glück nicht geschmacklich wider. Natürlich die Ausstrahlung. Die Zutaten wirken gesund und munter. Der Hopfen ist recht trocken ausgelegt. Eine schwache Korkigkeit taucht auf. Der Weizen wirkt etwas eingekapselt, hat aber Schwung. Das Malz schwankt zwischen dezenter Süße und trocken-herber Ausrichtung. Die Kohlensäure ist für mein Empfinden etwas zu rezent. Angenehm das Wasser. Im Finish hängt eine leicht modrig-schwefelartige Note recht lange an, Trocknes ebenfalls. Eine schwache Buttrigkeit legt sich um den Gaumen. Die Vollmundigkeit ist für ein Weizen ausreichend. Die Hefe hat eine etwas dumpfe Nuance in ihrer ansonsten nicht unattraktiven Mehligkeit. Das Zusammenspiel der Zutaten klappt nicht perfekt, die Inhaltsstoffe grenzen sich etwas voneinander ab, finden nicht den Schlüssel zur Harmonie. Aber das ist nur ein Randeffekt. Im Grunde schmeckt dieses Weizen recht ordentlich, wenn auch optisch aufgrund der mittlerweile schon längst völlig verloren gegangenen Schaumkrone die Sache nicht wirklich anzieht. Geschmacklich jedoch ist das gut. Weizen und Hefe haben Format, wenn auch sie nicht ganz frei von Makeln sind. Das Malz reißt keine Bäume aus, bildet aber ein solides Fundament. Der Hopfen eine gelungene Bittere hinzu. Korkige Aromen und etwas Citrusfruchtigkeit fallen auf. Das Sektähnliche im Geruch findet sich ansatzweise auch im Geschmack. Das schon erwähnte Buttrige passt nicht ganz ins Konzept, es beißt sich in erster Linie mit der ausgeprägten hefigen Sauernote. Kein Meilenstein. OK. Aber ein ordentliches, gut süffiges und facettenreiches Weizen. Vielleicht liegt es am in knapp vier Wochen ablaufenden Haltbarkeitsdatum, dass der Charakter nicht übermäßig frisch erscheint, eine gewisse Dumpfheit durch das Aroma schleicht. Frisch vom Fass sicher eine Stufe besser. Die 4 kann man noch geben.

Fazit: Noch knapp vier Wochen
Wertung: + + + + [t 09/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfenpellets, Hopfenextrakt | Vollbier