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| Williams Fraoch Heather Ale (5,0%) aus Alloa, Schottland Also auf dieses Bier bin ich ja jetzt mal richtig gespannt. Fraoch ist der gälische Name für Heidekraut und dieses Bier ist eine Heidekraut Ale, laut Etikett die älteste Brautradition für Ales überhaupt, angeblich schon seit 4000 Jahren! Allerdings hatte das Ganze dann ein Ende im 18. Jahrhundert als die bösen Englander den schottischen Braueren vorschrieben regulären Hopfen zu verbrauen. Dieses Ale ist nach einem gälischen Rezept aus dem 16. Jahrhundert gebraut mit eben diesem Heidekraut und Gagelstrauch (was auch immer Gagelstrauch sein mag?). So steht’s aber zumindest auf dem Etikett! Also, jetzt aber mal auf mit dem Ding! Es ist recht stark für ein Ale (5 %), normalerweise liegen die doch unter 4! Leicht dunkle, bräunliche Farbe mit angenehmer Schaumbildung beim Einschenken. Relativ neutraler Geruch. Schon beim ersten Schluck wird klar, dass es sich hierbei um was Aussergewöhnliches handelt. Klar, geschmacklich ist es unverkennbar ein Ale, aber in dem Fraoch sind Geschmacksnuancen drin, die ich vorher noch in keinem Bier erkennen konnte. Ich will jetzt nicht sagen dass ich das Heidekraut und den Gagelstrauch (?) direkt rausschmecken könnte, aber irgendwas kräuteriges kommt da durchaus durch, allerdings auf die angenehme Art und Weise. Was definitiv positiv auffällt ist dass das Fraoch nicht diesen süßlich-bitteren Nachgeschmack vieler Ales hat. Vielleicht wird dieser ja von der gekonnten Kräutermixtur in der Braukunst ehrwürdiger gälischer Druiden ausgeglichen. Immerhin seit 4000 Jahren trinken die in Schottland schon dieses Zeug. Je mehr ich davon trinke, desto besser kann ich auch verstehen warum. Erinnert irgendwie an Almdudler, das mein ich jetzt aber rein positiv im Bezug auf die Kräuter. Vielleicht kommen die Schotten ja aus Österreich? Das würde zumindest erklären wieso sie sich in der Bierbraukunst auskennen. Also das ist in der Tat ein qualitativ äusserst hochwertiges Bier. Ale ist normal nicht so meine Sache, aber dieses Bier hier legt die Vermutung nahe dass Druiden doch die Vorfahren von Braumeistern sind. Es ist super ausgewogen, da flirtet das Heidekraut mit dem Gagelstrauch (?) das Casanova vor lauter Neid schlichtweg erblassen würde. Als wären die beiden füreinander geschaffen in der Umgebung eines Ales, vereinigen sie sich innig zur höchsten Freude des Biergenießers. Da kann ich nur sagen: Nieder mit dem bösen Engländern die diese Brauweise verbieten wollten und ein Hoch auf die österreichisch-schottischen Druiden! Fazit: Österreichisch-schottischer Druide Wertung: + + + + + (pm 11/06) |
| Fraoch Heather Ale (5,0 %) seit ? aus Alloa in Schottland: Klassische Schaumbildung, ordentliches Volumen, kleine, cremige, feine Poren, guter Stand. Recht dunkles Gelb lässt an Export denken. Sanfter, in erster Linie malziger Geruch mit blumigen und warmen, fast honigähnlichen Spuren. Wow. Das haut um. Das ist ja dermaßen abgefahren. Was für ein Geschmack! Sehr kräuterartig, fast schon an ätherisches Öl erinnernd. Sehr intensiv. Sehr ungewöhnlich. Sehr natürlich. Daneben fällt noch ein sehr strammer und reifer Malzton auf, dazu eine Spur Karamell. Was für eine Mischung. Absolut anders. Milder Kräuterlikör gemischt mit karamelllastigem, malzbetontem Bier sowie blumigen Einflüssen. Dermaßen exotisch und doch heimelig. Das hat etwas sehr mystisches, geheimnisvolles, eine verrückte Ausstrahlung. Enorm anregend. Der Charakter sehr natürlich und naturnah, man hat das Gefühl, die Kräuter wären eben erst gepflückt worden ... „Fraoch ist Scotland’s nativ ale. Fraoch is Gaelic fo „Heather“. Heather ale has been brewed in Scotland for four thousand years and is the oldest styl of ale still made in the world. The picts who ruled Scotland until the 9th Century were known to brew the legendary heather ale, there „people of designs“ were the creators of the artistic style of our label. Scotland has ten million acres of wild flowering heather, this natural resource bein used to produce ale until the 18th Century when British legislation forced Scottish Brewers to conform to the international use of hops. This ale is produced to a 16th Centruy Scots – Gaelic recipe from malted barly „bree“ sweet gale and heather flowers. The hot ale is infused in heather flowers before being fermented in copper tuns .Fraoch has a floral, peaty aroma, full malt body, a spicy herbal flavour and a dry wine like finish.“ Stimmt. Dieses Weinähnliche kann ich bestätigen. Ein wahrlich ungewöhnlich Bier. Trockenes letztes Drittel. Der Abgang vielleicht eine Spur zu dezent. Ansonsten aber ein Aroma, das den Trinker einzig und alleine in Staunen versetzt. Grandioses Experiment. Wenn auch naheliegend, so doch mutiger Weg, solch eine Tradition wieder aufleben zu lassen. Und witzig, wie gut doch Bier schmecken kann, das auf althergebrachte, traditionelle Art eingebraut wurde und sich nicht dieser Hopfen-Malz-Knute unterworfen hat. Bier war früher ein universelles und vor allem vielfältiges Getränk, das durch seine Beschneidung auf drei Zutaten, will es dem Reinheitsgebot konform gehen, viel an Zauber verloren hat. Lassen wir die dunklen Bierzeiten wieder aufleben ... Fazit: Slainte Wertung: + + + + + - [t 02/06] Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Nein Inhaltsstoffe: k.A. Im Internet unter: www.heatherale.co.uk |
| Fraoch (5,0%): Ein Bier aus der Serie: Historische
Biere aus Schottland. Um diese Ales mit den "normalen" Bieren
zu vergleichen, muß man ein wenig von der gewohnten Linie abweichen.
Diese historischen Biere werden seit 2000 vor Christus gebraut und weichen
natürlich von den im Spätmittelalter erdachten Geboten ab. Fraoch
(Aussprache: FRU-OCH = Heidekraut auf Gällisch). Tja. Da sitzt man
und trinkt ein Bier, das eigentlich gar keines ist. Und doch schmeckt es
mehr als angenehm. Doch als alter Schottlandfan muß ich nur die Augen
schließen und schon sehe ich die blühende Heide vor mir und atme
den Duft tausender Heideblumen ein. "Das in Schottland seit 2000 v.
Chr. gebraute Heidebier ist mit größter Wahrscheinlichkeit die älteste Braumethode,
die heute weltweit noch angewendet wird. Ein historisches Gällisches Rezept
für "leann fraoich" Heidebier stand Pate um diesen Teil schottischer Kultur
wieder zur entdecken. In das kochende Malz-Gerste-Gebräu wird süßes Gale
und blühendes Heidekraut beigefügt. Nach einer kurzen Kühlphase wird dieses
noch heiße Gebräu für eine Stunde in ein mit frischen Heideblumen gefülltes
Faß gefüllt; bevor es im Kupferfaß gegärt wird. Ein helles, bernsteinfarbenes
Gebräu mit blumigem Aroma, abgerundet wie ein guter trockener Wein. Empfohlen
zu reichhaltigen Speisen. Leicht gekühlt aus einem Glaskelch zu genießen.
Gewinner zweier weltweit anerkannter Goldmedaillen. CAMRA Bier des Jahres
1997 und die "Supreme Award" bei der Royal Highland Show 1997. Geerntet
werden die Heideblumen im August und September." Prädikat: Verblüffender und ausgezeichneter Geschmack. Wertung: + + + + + (tom) |