Frauendorfer Vollbier (4,9 %) Brauerei Hetzel seit ? aus Frauendorf
in Bayern:
Eines der scheinbar zahllosen oberfränkischen Biere. Diesmal aus
Frauendorf. Herrlicher Pfau im Logo. Der Hintergrund ist nicht bekannt.
Dennoch wirkt die Aufmachung sofort sympathisch. - - Herrliche Farbe.
Mystisch glimmendes Bernstein, rein und klar. Honig. Genau. Es sieht
aus wie Honig. Goldglänzend. Edel-bronzen. Der Schaum ist der nächste
Hit. Watteweich trifft’s nicht. Rasierschaum käme den Tatsachen
schon näher. Wahnsinnig feinporig. Und standhaft ohne Ende. Volle
Punktzahl bisher. Nun der Geruch … POPCORN. Und viel Malz, sehr
viel Malz. Rein. Klar. Groß. Harziges. Eigentlich dezent und eher
zurückhaltend. Dennoch sehr gehaltvoll und begleitet von einer
leicht öligen und fast ausschweifenden Bitternote, hopfig, grün,
tannig. Weit hinten. Aber man kann es finden.
Was soll man zuerst loben? Das Wasser. Das Malz. Oder doch den Hopfen.
Fangen wir mit dem Wasser an. WEICH wäre lachhaft. Samtig, seiden,
ebenmäßig glatt. Die Gerste erreicht eine Vollmundigkeit
und Reife, die ist so dezent und zurückhaltend, so bodenständig,
einfach und solide, so selbstverständlich, so kräftig, tief
und einladend. Wahnsinn. Keine Gepose, keine Mätzchen. Nur Weite,
Tiefe und Malz. Malz in Reinkultur. Kräftig. Ausgereift. Stark.
Man kann sich bei jedem Schluck daran anlehnen. Der Hopfen. Eine feine
gesponnene, wohl durchdachte, wahnsinnig herzhafte und würzige
Bitternote mit ätherischen, tannigen und öligen Aromen durchzieht
den Geschmack in feinen Güssen wellenartig. Welches das intensivere
Geschmackserlebnis ist, lässt sich wohl schwer festlegen. Der Hopfen
hat sicher mehr Würze. Dafür ist das Malz tiefer, ruhiger,
kompakter. Zusammen entfachen sie ein zurückhaltendes aber dennoch
sehr intensives Aromaerlebnis von mannigfaltiger Machart. Dabei so natürlich,
selbstverständlich, ruhig und fest. Festgezurrt, Hopfen und Malz
in eng geflochtener Symbiose. Dazu dieses seidene Wasser. Ist das ein
Gaumenfest. Läuft das herrlich perlend und wonnig die Kehle hinab.
Jeder Schluck ist eine aromatische Offenbarung. Es macht riesig Spaß,
dieses Bier zu trinken, weil man bei jedem Zug spürt, wie viel
Tradition, wie viel Herzblut und Können in ihm steckt. Ein Rachenschmeichler.
Das sind diese feinen Unterschiede, die gutes von großem Bier
separieren. Es hat Seele, es hat was zu sagen. Es hat Zeit. Man muss
sie sich nur nehmen und auf diesen Trank einlassen. Man muss sie sich
nur nehmen und auf diesen Trank einlassen.Man muss sie sich nur nehmen
und auf diesen Trank einlassen. Man muss sie sich nur nehmen und auf
diesen Trank einlassen. Man möchte nichts anderes mehr. Höchstens
poetisch werden. Oder, noch besser, in einer fachwerkgestützten
fränkischen Gaststätte sitzen, dieses Bier trinken, den Leuten
lauschen, und nichts mehr.
Fazit: Hast Du Zeit?
Wertung: + + + + + - [t
02/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
PS: Vielen Dank an Daniel M. aus Hof für die Bierspende!!