Freisinger Bräuhaus Weizenbock (ca. 8,0 %) seit 1988 aus Freising in Bayern:


Weizenbock. Das ist doch dieses Bier, das einem immer die Lichter ausschießt, weil es so gut und süffig schmeckt und man die Gefahr im Rückraum nicht erkennen will ... Die Schaumbildung ist mäßig. Kein Wunder bei solch einer Stammwürze. Drum übergehen wir diesen Punkt, bei dem es in dieser Kategorie auch nicht drauf ankommt. Farblich milchig-mittel- bis dunkelgelb. Der Geruch hat viele Facetten. Vor allem etwas sehr süßes und starke, dazu Hefe mit Sekttönen, ja, das ist eigentlich das auffälligste. Dazu natürlich ein mächtiges Volumen.
Holla. Was für ein Pfund. Ca. 8 % lt. Braumeister muss wohl heißen: mind. 8 % - kann auch deutlich mehr sein. Was für eine Wand. Was für ein Hammerschlag. Und ich habe es ja schon vermutet. Es gibt diese gewissen Weizenbockbiere, die es trotz aller Durchzugskraft schaffen, enorm süffig und bekömmlich zu bleiben. Von Milde möchte ich hier nicht sprechen. Das würde das Bild doch etwas verfälschen. Aber SÜFFIG kann ich ohne Bedenken hervorheben. Herrlich vollmundig. Enorm ausdruckstark. Das Malz tritt auf ganz großen Füßen auf die Bühne. Die Hefe, leicht mehlig, fast greifbar, rührt dermaßen die Trommel, dass es nur so donnert. Der Hopfen, gut, der Hopfen, hat der in dieser Kategorie überhaupt Stimmrecht?! Wohl eher nicht, denn hier geht es einzig und allein um Tiefe, Stammwürze, um KRAFT. Und dafür ist nun mal das MALZ verantwortlich. Und es wird den Anforderungen mehr als gerecht. Vortrefflicher D-Zug. Man hat fast das Gefühl, die Sache zu ESSEN, so vollmundig, dicht und breit kommt dieses Bier daher. Verführerisch süß. Likörartig verspielt. Am Anfang langsam, fast ruhend, die Glut stärker als die Flammen. Aber schon bald nimmt dieses Bier eine kaum zu stoppende Fahrt auf und die Wogen nehmen immer stärkere Fahrt auf. Man wird mitgerissen, kann sich nicht mehr halten, wird gerne erobert und spätestens nach der zweiten Halben sind alle guten Vorsätze über Bord geschmissen und man gibt sich hemmungslos diesem köstlichen Weizenbockbierlaster hin. Was für eine Kraft. Was für eine Tiefe. Was für ein Aromaspektrum. Welch Potenz steckt diesem Bier. Da war der Braumeister wohl ganz besonders motiviert und hat versucht, mit diesem APPARAT von Weizenbier eine besonders tückische Weizensbierverführung zu kreieren. Es ist ihm gelungen. Der Trinker wird regelrecht hindurchgewrungen. Jeder, da wette ich drauf, der dieses Bier eingeschenkt bekommt, wird sich ihm hingeben, sich an ihm laben, und über kurz oder lang in süßer Euphorie mit breitem Grinsen untergehen. Zu gut, zu süß schmeckt es. Was wird das für ein Erwachen werden ...

Fazit: Weizenbockbierlaster
Wertung: + + + + +* (t 09/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: k.A.
PS: Vielen Dank an Eckhardt für die Spende dieses Bieres!