Freisinger Bräuhaus Hell (4,6 %) seit 1988 aus Freising in Bayern:
Interessant. Ein Vergleichstest mit zwei Bieren aus zwei verschiedenen
Hausbrauereien. Das hatten wir auch noch nicht. Auffallend gleich zu
Beginn, dass das Freisinger im Vergleich mit dem
Airbräu
aus München eine deutlich stärkere Trübung aufweist,
dazu das sattere, wenn auch hellere Gelb. Es leuchtet beinahe.
Der Geruch hat etwas karamelartiges, ausgewogenes, rundes, dazu viel
Malz und innerer Ruhe. Weder aufdringlich noch in irgendeiner Weise
schmal auf der Brust. Der Schaum ist erstklassig ausgebildet. Feinste
Poren. Cremige Konsistenz und ein Bombenstand.
Hier scheint etwas Hefe im Spiel zu sein. Eine leicht säuerliche
Note, sehr frisch und spritzig, begleitet den Antrank. Ab der Mitte
kommt etwas fruchtig-säuerliches, sektähnliches hinzu, dazu
Karamel. Auch hier ein vorzügliches Wasser und eine sehr dezente
Kohlensäure, die diesem Hellen zu einer beachtlichen Süffigkeit
verhilft. Allerdings ist man überrascht, denn der Eindruck des
Geruchs wird beim Geschmack fast umgekehrt. Dort war das Freisinger
das reifere. Beim Geschmack jedoch wirkt es etwas unruhiger und jünger.
Das Airbräu hat den besseren Geradeauslauf, die ruhigere Hand.
Dafür schmeckt das Freisinger etwas mehr nach Hausbrauerei, natürlicher,
wilder, lebendiger, vielleicht auch eine Spur lebendiger.
Beides auf jeden Fall Biere, die man uneingeschränkt empfehlen
kann. Ein Pluspunkt natürlich die Tatsache, dass sie jeweils aus
einer Hausbrauerei stammt. Wenn auch das Airbräu am Münchner
Flughafen gebraut wird und nicht über die Tradition und Atmosphäre
des Freisinger Bräuhauses verfügt.
Das Freisinger wirkt zu Beginn etwas unruhiger und man ist im ersten
Moment geneigt, dem Airbräu aufgrund seiner ausgeglichenere Geschmacksführung
zu favorisieren. Mit der Zeit jedoch entfaltet es seinen ganzen Charme
und überzeugt durch sein phantasievolles, variantenreiches und
verspieltes Geschmacksbild. Es ist vollmundiger, fruchtiger, lieblicher,
wenn auch phasenweise etwas citrussäuerlich; macht sich aber gut,
frei nach dem Motto: sauer macht lustig. Tja. Keine leichte Erscheinung.
Das Airbräu schmeckt etwas trebiger, etws mehr so, wie es in einer
kleinen Brauerei riecht, wiederum, also – einigen wir uns auf
ein Unentschieden. Klasse Biere. Beide.
Fazit: Unentschieden
Wertung: + + + + + (t
09/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: k.A.
PS: Vielen Dank an Eckhardt für die Zusendung
dieses Bieres!
PPS: Es sei noch erwähnt, dass das Bier auf postalischem
Wege, zuvor natürlich frisch in der Brauerei abgefüllt, zu
uns gelangt sind und somit nicht als 100%ig frisch vom Fass gelten können.