Freistädter März’n (4,8 %) 0,5er-Flasche seit 1777 aus Freistadt in Österreich:


Freistadt ist eine stolze, alte Stadt. Mit Mauern und Türmen bewährt, schmucken Handelshäusern, einem prachtvollen Stadtplatz und einem insgesamt sehr beeindruckenden Erscheinungsbild. Der Schaum ist schneeweiß und fein in den Poren. Das Volumen kann sich sehen lassen, der Stand lässt nicht zu wünschen übrig. Das Gelb ist für ein Märzen sicher nicht dunkel, gold-gelb und klar. Ein kerniger, würziger Malzgeruch beißt etwas, zeigt aber auch Präsenz und Einsatzwillen. Einige Bittermomente sind vorhanden und dem Hopfen zuzuschreiben.
Ein Märzen. Keine Frage. Malzbetont. Kernig. Die Malzwürze betont und markant. Der Hopfen wird aber nicht vernachlässigt, eine durchaus angezurrte Bittere ist das Ergebnis. Und obschon das Wasser sehr weich und samtig ist und die Kohlensäure sehr behutsam zu Werke geht, ist das ein Bier der kantigen Art, ohne dass das abwertend zu verstehen ist. Ein herzhafter Trank, männlich-herb, bitter-würzig im Malz, dem aber auch süße Nuancen nicht fremd sind und im Hintergrund gelungen eskortieren. Nicht glatt gebügelt, sondern griffig und zupackend. Im Finish wird die Aromalinie dann jedoch etwas unruhig. Ein trockener, leicht oxidierter, auf jeden Fall harter Beigeschmack kommt auf. Die Sache läuft unrund aus. Schade. Die ersten beiden Drittel sind mehr als vorzeigenswert. Dann taucht dieses sehr Trockene und Unnahbare auf und lässt das Ganze stocken.
„März’n, Märzenbier - Die einzigartige Braucommune in Freistadt braut seit jeher Biere mit Charakter und Geschmack. Österreichische Rohstoffe, Mühlviertler Urgesteinswasser und eine lange Reifezeit im Lagerkeller bilden die natürliche Grundlage für einen unabhängigen Biergenuss. Das März’n hat eine ausbalancierte feinherbe Note, einen mlazig-süßen Geschmack und eine angenehme Süffigkeit.“
Jeder Schluck legt offen, dass hier jemand am Werk war, der seinen eigenen Weg geht. Das Bier schmeckt nicht vorhersehbar oder gleichförmig, sondern eigen und hat Charakter. Nicht wirklich ausbalanciert und glatt, eher rau und fordernd. Nichts für die Schwiegermutter, eher etwas für kernige Burschen. Ehrlicher Geschmack. Derbes Aroma. Herzhafter Genuss. Das Wasser ein Gedicht. Die Vollmundigkeit überdurchschnittlich ausgeprägt. Die Zutaten engagiert und authentisch. Nur das Finish passt nicht ganz zum restlichen guten Bild. Schade.

Fazit: Einzigartige Biercommune
Wertung: + + + +* [t 01/11] -Passau-
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: k.A.
Zutaten: k.A.
Im Internet unter: www.freistaedter-bier.at