Freudenecker Fischer-Bräu Hell (? %) seit ? aus Rattelsdorf-Freudeneck in Bayern:


Fabelhafte Schauminterpretation. Sagenhaft voluminös. Brutal standhaft. Dazu sehr feingliedrig aufgebaut. Das ist erste Liga. Die Farbe ist ein glänzendes, leuchtendes, kräftiges Goldgelb. Sehr frischer Geruch nach Malz und Treber – wie frisch aus der Brauerei. Daneben noch ein Hauch Karamell, der die Sache abrundet.
Herzhafter, fast ungestümer Antrank. Das ist kein Bier für Harmoniebedürftige, das ist ein Bier für harte Kerle. Wildes, anregendes, kerniges Aroma. Der Hopfen hat relativ viel Freiraum, setzt diesen agil und spielfreudig um. Das Malz hat eine kurze Frequenz, viel Kraft und Selbstbewusstsein. Die Bekömmlichkeit der Zutaten hält sich in Grenzen. Hier steht nicht die Milde im Vordergrund sondern ein kämpferisches, männlich-herbes, knackiges Aroma. Ferner drängt sich ein nussiger, trockener Ton mit in Geschehen. Die Kohlensäure ist etwas zu borstig. Das Wasser kann sich sehen lassen. Der Geschmack ist recht hart, teilweise fast kantig, könnte eine Spur mehr Weichheit vertragen. Dafür schmeckt dieses Bier sehr frisch und natürlich, man spürt, dass dieses Gebräu aus einer kleinen familiären Brauerei stammt, die ihr Bier für das lokale Publikum herstellt. Ansatzweise erinnert es fast ei nbisschen an einen Bock, ohne dessen Malzigkeit und Wärme zu erreichen, dafür entsteht im Abgang eine schwache tannige Schärfe. Ein sehr individuelles, charaktervolles Bier, das seinen ganz eigenen Weg geht, dadurch sicher auch nicht jedem entgegenkommt. Aber lieber ein Bier mit Charakter und Macken als ein lebloses, eintöniges, langweiliges Gebräu.

Fazit: Weder leblos noch langweilig
Wertung: + + + + - [t 04/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: k.A.
Zutaten: k.A.
PS: Wieder einmal gilt unser Dank Daniel M. aus Hof, der uns einen ganzen Liter dieses fränkischen Bieres organisiert hat.