Friedenfels Zoigl Schwarzer Ritter (4,8 %) seit ? aus Friedenfels in Bayern:
Der Bügelverschluss. Das vielleicht begehrteste Lebensmittelverschlussobjekt. Sobald man dieses Ding sieht, schlägt das Herz des Biertrinkers höher. Wenn man dann noch, je nach Öffnungsgeschwindigkeit, dieses satte Zischen oder trockene Plopp hört, ist die Vorfreude perfekt.
Zurückhaltende Geruchsentwicklung. Mild und malzig. Der Schaum ist enorm fein, das Volumen könnte ausgeprägter sein. Die Farbe ist ein Ding zwischen Dunkelbraun und Rot.
Urwüchsiger Antrank. Kernig. Urig. Handfest. Im Grundgedanken malzig. Allerdings auf recht trockene und erdige Art. Das Wasser ist angenehm, die Kohlensäure etwas zu aktiv. Das Bier wirkt rein, trotz aller Urigkeit, und frisch. Dazu recht ausgewogen, fast kontrolliert. Bemängeln muss man die etwas zu dünnhäutige Aromaentfaltung. Etwas mehr Vollmundigkeit hätte dem Zoigl aus Friedenfels gut zu Gesicht gestanden. So beschränkt sich der Geschmack auf eine trocken-malzige und leicht holzige Note, erdig, bodenständig. Der Abgang ist recht schwach auf der Brust. Wirkt etwas zu ausgehöhlt. Zwar bietet dieses Zoigl eine prima Süffigkeit. Das Aroma wirkt aber unterm Strich zu glatt und unscheinbar. Bietet zu wenig Überraschung und Herausforderung. Vor allem die Hefe schmeckt man kaum bis gar nicht heraus. Allerdings sollte man nicht vergessen zu erwähnen, dass dieses Bier absolut frei von jeglichen Geschmackstörfaktoren ist. Da beißt oder zwickt mal nichts. Es wirkt, wie schon gesagt, rein und sehr natürlich.
Fazit: Wo ist die Hefe?
Wertung: + + + + (t 11/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, helles Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt, Hefe