Fuchsberger Pils spritzig & feinherb (4,9 %) 0,5er Flasche,
Schlossbrauerei seit 1663 aus Teunz in Bayern:
Das mag ich ja: die dickbauchigen 0,5-Liter-Flaschen als Pilspackung.
Das hat so was gemütliches, uriges, bayerisches. Der Schaum dieses
Bieres ist ungemein feinporig, cremig, sahnig, herrlich standhaft und
gesegnet mit einem beeindruckenden Volumen. Das Gelb ist hell und leuchtet
intensiv. Intensiver, vibrierender, frischer, blumiger Geruch voller
Farben und Facetten, Fantasie, Freude und Natürlichkeit. Das Grasige
hat eine erstaunliche Intensität und Präsenz. Steife Hopfenbrise
höchster Güte. Ungemein authentisch und vordergründig,
dabei griffig, fast greifbar, dreidimensional. Das verspricht viel …
Herrje.
Was für ein Bier.
Das ist Spielfreude, Hingabe, Facettenreichtum, Würzeintensität,
Einsatzfreudigkeit, Aromareichtum … vom Feinsten. Ein unglaublich
farbenfrohes und abwechslungsreiches Pils mit einem Hopfen, der vor
lauter Klasse und Qualität fast überquillt. Das Grasige ist
dermaßen reichhaltig und einfach da, dass man nur staunen kann.
Jede Schicht der Dolde entblättert sich vor dem geistigen Auge.
Man meint, ein Stück des Hopfen auf der Zunge liegen zu haben.
Mit durchaus ätherischen Einflüssen erreicht die Doldenfrucht
eine irrwitzige Intensität. Dazu ist sie flexibel und variantenreich,
raffiniert, hält im Anschluss noch eine leicht parfümartige
Blumigkeit, schwer, voll und elegant zugleich, parat, die für Verblüffung
sorgt. Famos. Fabelhaft. Unglaublich würziges Bier. Was für
ein Hopfen. Welch Natürlichkeit und Naturnähe, diese Selbstverständliche
im grandiosen Aufspielen und Entfalten feinster Zutaten. Die Teunzer
fielen ja in der Vergangenheit schön öfter mit außergewöhnlichen
Bieren auf, in deren Riege sich das satte und große Pils nicht
nur nahtlos einreiht sondern sozusagen die Speerspitze der Fuchsberger
Braukunst bildet. Es bleibt nur Staunen und Erfurcht davor, WIE Bier
schmecken kann. Wie weit weg sich BIER bewegen kann vom saft- und kraftlosen
Durchschnitt. Dieses Pils sticht aus der Masse heraus wie ein Biermessias,
wie der klare Sonnenaufgang nach drückender Dunkelheit. Ein helles,
frisches, farbenfrohes, spielfreudiges Bier voller Spannung, Wendungen,
Überraschungen. Dabei ist der Plan aber klar erkennbar, der Rote
Faden ist da, alles findet sich irgendwann und verbindet sich, vereinigt
sich und wirkt mit am Großen. Die Gerste zurückhaltend. Schlank.
Schmal. Die Süße klar und elegant, eingerahmt von einer malzbittren
Gerstennote, die vorzüglich mit dem Würzehopfen harmoniert.
Das Wasser ist seidig und klar, rein, unbelastet, unverbraucht, sanft,
so gut zum Bier und Trinker. Einzig die Kohlensäure wirkt etwas
borstig, entwickelt einen gewissen Kontrast zum ansonsten ausnehmend
weichen Wasser. Aber das ist etwas so, als läge ein Sandkorn etwas
schief in der Sahara. Völlig bedeutungslos und nicht fähig,
die Süffigkeit auch nur um ein Grad nach unten zu trimmen oder
gar zu gefährden. Dieses Bier bietet einen Gesamtgenuss. Ob Antrank.
Mittelteil, Finish, Süffigkeit, Geschmackskörper, Würze,
Aromatik … alles bewegt sich nicht nur auf allerhöchstem
Niveau sondern ist richtungweisend. Eines der ganz wenigen Biere, die
Standards setzen können. Das Fuchsberger ist eines davon. Es euphorisiert,
und ich möchte auf den Geschmack in allen Details dabei gar nicht
eingehen, nur sagen, er ist vollendet. Der Hopfen ein Geschenk des Himmels
mit seinen feinen Vanillenoten, dem Blumigen, der leichten, sanften
Parfümnote, den grasigen, ungemein frischen Impressionen, der milden
Harznuance, die neben den anregenden Aromen beruhigend wirkt, dem spritzigen
ätherischen Hauch, der wärmt und anregt zugleich. Ein feiner
nussiger Hauch schmiegt sich sanft um den Hopfen, wertet diesen nochmals
auf. Jeder Schluck ist eine Erleuchtung.
„Fuchsberger Pils – gebraut mit bestem Malz aus bayerischer
Sommerbraugerste sowie ausgesuchtem Spezialmalz, feinstem Aromahopfen
und dem kristallklaren Wasser aus der schönen Wildsteiner Bergnatur!“
Schade. Leer. Was für ein Bier. Ein Diamant. Ein Pils voller Ruhe,
Charakter, Ausdruck, Innovativität, Herzblut, Handwerk, Geschmack.
Da möchte ich hin. Nach Teunz. Sicher haben die in ihrer Schlossbrauerei
auch eine alte Schänke. Da möchte ich jetzt sitzen. Alleine.
Ganz still. Ein frisch gezapftes Pils vor mir. Und lauschen den Stimmen
um mich herum, die sicher ihr gutes Bier und das Leben preisen. - -
Erstaunliches Pils. Ein Bier wie ein Märchen, voller Hintergründe,
Weisheit und Spannung. Es erzählt Geschichten.
Fazit: Schade. Leer.
Wertung: + + + + + + [07/09]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Brauwasser, Gerstenmalz, Spezialmalz,
Hopfen