Fürst Carl Dunkel Dunkles Lagerbier (4,9 %) o,5-Liter-Flasche
seit ? aus Ellingen in Bayern:
Klares, edel-rötlich schimmerndes Schwarz kauert geheimnisvoll
im Glas. Darüber ein äußerst gelungener Schaum feinster
Poren, in hellbeiger Farbe, formidablem Stand und üppigem Volumen.
Das sieht mal richtig gut aus. Der Geruch hat etwas Schwarzbeerenartiges,
das gleichzeitig süß und herb ist, ansonsten gibt sich der
Duft unaufdringlich bis zurückhaltend neutral. Bis auf eine entfernte
trocken-röstmalzige Note.
Sehr feiner Antrank. Kaffeearomen und Schokoladenimpressionen treffen
aufeinander. Dabei zögern sie nicht, sich gefällig zu vereinigen.
Etwas später trifft eine schwarzbeerige Note hinzu. Trocken. Edel.
Feingliedrig. Elegant. Das Röstmalz hat Format, behält zwar
eine gewisse Distanz, ist aber weich und wohlig, leicht ölig. Der
Mittelteil fruchtig, dunkel, schwarz. Das Finish feinherb, hopfiger,
erdig, leider auch eine entfernte oxidierte Note. Dazwischen Bitterschokoladenimpressionen
und feine Mokkanoten. Eine Spur Tabak taucht auf. Etwas Lakritz schimmert
auch durch. Sehr gelungen. Und obschon die Geschmacksrichtungen durchaus
aus verschiedenen Richtungen kommen, ist die Zusammenführung harmonisch
und kompakt. Nicht zu verbergen aber auch eine säuerliche, spritzige,
frische aber auch fein beißende Nuance an den Zungenaußenseiten
hinten. Ein insgesamt aromatisch recht anspruchsvolles und sehr facettenreiches
Bier, das geschmacklich überaus überzeugend ist. Das Metallische
jedoch das immer mal wieder und vor allem im Finish aufkommt, das stört
immens. Und ist unerklärlich. Haltbar ist das Bier noch bis April
2012. Hier ist nichts zu vermuten. Also scheint eine gewisse Fehlaromatik
im Spiel zu sein. Und das ist vor allem hier ein Jammer, denn im Grunde
ist das ein sehr edel schmeckendes, elegant wirkendes, gekonnt reduziertes
und dabei spannungsgeladenes Dunkles, das unheimlich viel Potential
hat, dieses aber nicht abrufen kann, aufgrund des Makels. Ich bin absolut
sicher, dass dieses Dunkle frisch vom Fass ein Labsal wäre. Hier
und heute unter diesen Umständen ist aber keine 5 drin. Dazu gibt
es eben diesen einen Knacks, der die ganze Sache nach unten zieht. Mit
der 4,5 ist sicher ein guter Kompromiss gefunden.
Fazit: Dieser eine Knacks
Wertung: + + + + - [t
10/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Im Internet unter:
www.fuerst-carl.de