Fürst Carl Edelsud Lagerbier Hell (4,9 %) 0,33-Liter-Flasche fürstliches
Brauhaus seit 1690 aus Ellingen in Bayern:
Es kommt ja mittlerweile leider selten vor, eine komplett neue Brauerei
mit aufnehmen zu können. Hier und heute freuen wir uns über
den Edelsud des Fürstlichen Brauhauses Ellingen. Ein kleiner Ort,
der eine mächtige Barockschlossanlage sein eigen nennt. Imposant
und mächtig wirkt dieses Ensemble. Nur konsequent, dass dort auch
Bier gebraut wird.
„Wenn es im Fürstenhaus etwas zu feinern gab, wurde ein
ganz besonders Bier gebraut: der Edelsud. Jetzt gibt es diese Bierspezialität
das ganze Jahr – für alle, die gerne etwas Besonderes genießen.“
Der Schaum steht schon mal prächtig im Glas. Feine Struktur. Glänzender
Stand bei gutem Volumen. Die Farbe ist ein dunkles Goldgelb, das dennoch
licht schimmert. Feiner, ruhiger, leicht grasig-hopfiger und malzbitterwürziger
Geruch. Unaufdringlich und markant. Herzhaft und mild.
Leicht buttriger Antrank bei ansonsten recht strammem Bittergrad, der
zum großen Teil der Gerste entstammt. Aber auch der Hopfen schlägt
sich auf die herbe Seite. Beides passt gut zueinander, ist aber recht
derb im Charakter. Kein Schönschreibbier. Eher etwas Herzhaftwürziges
für den ganzen Kerl. Das Wasser ist weich, die Kohlensäure
etwas überbetont. Der Geschmackskörper kann gewisse Härten
nicht verbergen. Da im Finish aber eine Phase der Beruhigung eintritt,
wirkt das Ganze nicht zu anhängend. Ein sehr malzwürziges
und in der Gerste bitter-herzhaftes Lager mit herben Hopfenanteilen,
die trocken und klar umrissen, vielleicht etwas eindimensional wirken.
Keine Experimente. Eindeutige Vorgaben, klare Linien. Unkompliziert
und nachvollziehbar. Weit hinten noch ein kurzer malzfruchtiger Moment,
etwas Apfel und Orange schlummern dort im Verborgenen. Ansonsten ist
der Geschmack bitterwürzig und herbhopfig. Glücklicherweise
lockert eine leichte Öligkeit das Ensemble auf. Die Vollmundigkeit
ist nicht sonderlich hoch, der Geschmackskörper ist alles in allem
schlank aufgebaut. Der Süffigkeitsfaktor bewegt sich knapp über
durchschnitt. Die Geschmeidigkeit des Bieres ist in Ordnung. Wirklich
geschlossen wirkt das Aroma aber nicht zu jedem Zeitpunkt. Im Nachgeschmack
in der Bittere eine leicht harte Schärfe, die aber markant ist.
Fazit: In Franken daheim
Wertung: + + + + [t 08/11]
-Landshut-
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Im Internet unter: www.fuerst-carl.de