Fuller’s 1845 (6,3 %) 0,5er-Flasche seit 1845 aus London in England:
Fein aufgemacht. Edle Flasche, passendes Etikett. Seht stylisch, typisch
Britisch. Vanillefarbener Schaum, sehr cremig und filigran, überraschende
Höhe, verblüffender Stand. Darunter ein klares, mystisch schimmerndes
rot-braun. Süßer Malzgeruch, kräftig, mit einem Schuss
Eichenholz und einer Spur Whisky. Harzig-nussige Elemente sind gleichfalls
vorhanden.
Der Antrank viel holziger und bitterer, als der Geruch das angedeutet
hat. Auch die Vollmundigkeit fällt deutlich schlanker aus, als
erwartet. Whiskyspuren deuten sich an. Das Malz dominiert. Aber schlank
und schnittig. Sehr trockner Grundcharakter. Nussiges trifft auf Citrusfruchtiges.
Variantenreich, aber nicht ausschweifend. Trotz der hohen Stammwürzezahl
ein eng geschnittenes, schlankes Bier. Das dennoch kraftvoll um sich
greift. Wasser und Kohlensäure passen gut zusammen. Der Hopfen
mutet citrusartig und holzig-ledern an. Das Malz kurz aber kräftig.
Fester Geschmackskörper. Das Aroma nicht wirklich innovativ, überraschend
oder richtungweisend. Dafür aber gutmütig und frei von störenden
Elementen. Im Finish ein Anklang von mild-bockbierartigen Nuancen und
einer etwas schärferen Likörnote, die einen Hauch Whisky in
sich zu tragen scheint. Auch der Hopfen ist hier recht stark betont,
gefällt durch seine asketisch-trockene Art. Das wirkt elegant und
erwachsen. Ein Hauch Tabak assistiert dem Leder. Das leicht saure Citrusfruchtige
harmoniert damit. Die Süffigkeit ist angemessen, für ein Bier
dieser Klasse gut, dennoch ist bald klar, dass dies kein Tempobier ist,
sondern ein Gebräu, das entdeckt werden will. Ein interessantes
und anspruchsvolles Bier. Und was 100 Tage in der Flasche reift, dass
kann doch auch nur gut sein, oder?
Fazit: For 100 Days
Wertung: + + + + + [t
09/10]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
k.A.
Inhaltsstoffe: k.A.
Im Internet unter:
www.fulllers.co.uk