Fuller’s Golden Pride (8,5 %) 0,5-Flasche, seit ? aus London in England:


Huh. Ein halber Liter Starkbier aus London. Eingebraut von einer Brauerei, die eher für ihren hohen Ausstoß bekannt ist, als für filigrane Produkte. Das ist im unteren Standardstammwürzesegment oft kein Problem, bei Starkbiertränken kann das aber schon was heißen …
Haselnussbraun fließt klar und rein es ins Glas. Der Schaum macht für ein Bier dieser Stärke eine durchaus gute Figur. Cremig und fest, gut portioniert. Der Geruch ist malzbetont und durchaus angehopft, leider jedoch kantig und hart, wenig geschmeidig, eher vorhersehbar und distanziert. Am besten noch dieser bittere Schimmer Kautabak in Verbindung mit einer Prise Seetang.
Der Antrank enttäuscht überraschenderweise nicht, sondern wirkt präsenter, natürlicher und schwungvoller als der Geruch. Bitterstoffe dominieren die ersten Augenblicke. Der Hopfen hat Format. Dunkel und kernig. Im Hintergrund gut malzunterstützt. Später kommt dann etwas mehr Süße und Karamell ins Spiel, röstig und trocken. Im Finish sammelt sich dann das Ganze und versucht sich zu verbinden, allerdings lässt dann die Harmonie etwas nach, das Aroma wird hart und kantig. Dabei ist das Wasser gar nicht mal übel. Die Vollmundigkeit ist nicht untypisch für diese Kategorie, aber auch nicht überdurchschnittlich betont. Mittig wirkt der Geschmack etwas zäh, leicht klebrig. Das ist der schwächste Part … obwohl, das Finish ist sicher auch nicht die Krönung der Braukunst. Ein paar grasige Elemente des Hopfens sorgen dann noch für etwas Format. Insgesamt ein Bier, dass einerseits recht routiniert die Sache abspult und ein durchaus trinkbares Gebräu auf den Tisch bringt, andererseits aber nicht wirklich natürlich, verbindlich oder individuell wirkt. Dunkel und hart das Malz, röstig-trocken. Nussiges im Hopfen. Ansonsten viel Härte und ein unrunder Lauf, wobei die guten Momente sicher vorhanden sind, nicht überwiegen, aber auch nicht ausbleiben. Ein Bier, das man trinken kann, aber auch übertrinken. Unangenehm vor allem die Härte im Aroma. Mehr Geschmeidigkeit und Ruhe, Reife, hätte diesem englischen Starkbier deutlich besser zu Gesichte gestanden.

Fazit: Trinken oder übertrinken
Wertung: + + + - [t 03/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: k.A.
Inhaltsstoffe: k.A.
Im Internet unter: www.brewdog.com