Fur Bryghus Renaessance 2006 (6,2 %) 0,5-Liter-Flasche seit ? aus Fur (PLZ 7884) in Dänemark:


Schönes, klares, leicht glimmendes Kastanienbraun mit einer feinporigen und statthaften Haube, deren Stand ausgesprochen gut ist. Ein Hauch Meerbrise entströmt dem Geruch, Röstmalz und eine Spur Porter. Trocken. Schwach salzig. Kaffeeangehauchter Bitterhopfen. Eng gesteckt. Aber intensiv. Und eigen.
Wirkt fast ein bisschen, als hätten die Nordseewasser hinzugefügt. Leicht algenartig, salzig, eine Spur Meeresbrise schwingt mit. Ferner eine sehr trockener Schwarzbeerenfruchtnote. Das Röstmalz ist knackig, kurz, trocken. Mokkaeinflusse sind unverkennbar und edel arrangiert. Schokoladenaromen runden das Ganze gekonnt ab. Der Geschmackskörper ist harmonisch und homogen, nicht wirklich seidig oder geschmeidig, dafür in seiner Strenge sehr ansprechend. Die Zutaten wirken angespannt, konzentriert, spielfreudig, edel und natürlich. Der Geschmack schlenkert nicht herum, sondern konzentriert sich, wie auch schon der Geruch, auf einen klar ausgeleuchteten, scharf umrissenen Bereich. Das Röstmalz bildet den Mittelpunkt, knochentrocken, fein angeröstet, eingerahmt durch dezidierte Schokoladenimpressionen und eine sehr interessante Mokkafacette. Der Hopfen ist in seiner Bitterkeit durchaus betont, ist aufrecht, gesund, asketisch-edel aufgebaut, unterstützt von ein paar Tabakeinflüssen. Das Fruchtige ist nicht ganz so ausgeprägt wie im Geruch, dennoch finden sich ein paar dunkle und schwarze Beeren. Das Porterartige, leicht Algige, mit einem Schuss Meeresbrise verfeinerte gibt diesem Trank eine sehr individuelle und interessante Note, die keines falls aufgesetzt oder störend ist (mit der Zeit aber zugunsten der anderen Geschmacksträger etwas verblasst.). Alles wirkt rund und flüssig, obschon die Geschmacksstrukturen fast preußisch akkurat geschnitten sind. Ein sehr reifes und erwachsenes Bier, nicht gemacht für den hastigen Trinker, sondern für den erforschungsfreudigen, erfahrenen Genießer. Nichts um sich den Durst zu löschen. Dafür umso mehr ein Gebräu, das voller Facetten und Schattierungen steckt im Rahmen seines klar komponierten Aromas. Das Wasser ist klar, streng und seidig zugleich. Die Kohlensäure genau dem Geschmacksniveau angepasst, in ihrer Rezenz reizend, lieblich, fördernd. Ein sehr eindeutig, klar aufgebautes, mit edlen Aromen gesegnetes und gleichzeitig sehr süffiges Bier, das über eine wohldurchdachte und anregende Aromatik verfügt und bei dem man spürt, dass die Verantwortlichen etwas Besonderes kreieren wollten. Das ist kein Bier von der Stange. Das ist anspruchsvolle Braukunst mit verdeckten Finten, offenen Flanken, herrlichen Kontern und einem treffenden Abschluss. Kräftiger Bitterhopfen in elegantem Kleid. Röstmalz, das in Mokka- und Schokoladenschichten ruht. Fruchtige Facetten voller Feinheiten. Gleichmäßiges, griffiges, bitterwürziges Aroma ohne Einbrüche oder Überbetonungen. Feste, starke, sicher führende Hand. Ein Bier mit Griff und Tiefe, dem man gleich nach dem ersten Schluck Respekt zollt und sich gleichzeitig hingezogen fühlt.

Fazit: Preußisch akkurat
Wertung: + + + + +* [t 08/10] -Lökken-
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter: www.furbryghus.dk