Günzburger Ur-Weizen (5,1%) aus Günzburg, BY

Mannomann, ich hab glaub ich noch nie so ein dichtes helles Weizen gesehen. Da scheint ja förmlich die Hefe drin zu stehen. Das ist wahrhaft flüssig Brot! Obwohl es ein helles Weizen ist, ist es eigentlich dunkel, so dicht komprimiert wirkt das Innere des Glases. Im Angesichte dessen wirkt der erste Schluck überraschend klar und süffig, ganz und gar nicht voll, dick oder aufdringlich! Das trübe, dichte, dunkle, volle kommt vielleicht doch nicht ausschließlich von der Hefe. Sehr kohlensäurehaltig ist das Günzburger, glücklicherweise gleicht jedoch das zarte und sanfte Brauwasser eine drohende Vormachtstellung der Kohlensäure aus. Das Wasser erscheint in der Tat von allerhöchster Güte, genauso wie der Rest der Zutaten. Da ist sind keine geschmacklichen Ecken oder Kanten, das Günzburger geht auf bestechend harmonische Art und Weise runter. Auf gekonnte, kunstvolle Art und Weise von bewanderten Braumeistern zur Harmonie fachmännisch harmonisch verbraut. Fast sogar etwas zu harmonisch, denn ein klarer, bestimmender, eigenständiger Charakterton kommt eher ein wenig zu kurz. Der Geschmack ist zwar keineswegs neutral, aber doch sehr klar. Das ist in erster Linie auf jeden Fall etwas Gutes denn es erscheint wie der klare, definitionstypische Geschmack eines guten Weizenbieres. So haben gute Weizenbiere zu schmecken. Das Günzenburger ist Weizenbier in seiner reinsten Form, diese stellt es in vollendeter Form dar, darunter allerdings leidet der eigenständige Charakter. Es ist sozusagen zu perfekt. Daher keine 6.

Fazit: Definition eines Weizen
Wertung: + + + + + (pm 10/07)


Günzburger Ur-Weizen Dunkel (5,1 %) Radbrauerei Gebr. Bucher seit ? aus Günzburg in Bayern:

Mitteldunkle, hell- bis mittelbraune Farbe von naturtrübem Glanz. Der Schaum ist sagenhaft cremig und fein, steht unverrückbar ewig da, das Volumen ist grandios. Der Geruch scheint etwas ungewöhnlich, wirkt staubig und kellerbierähnlich, modrig, leicht schweflig. Erkennbar sind trockene holzige Einflüsse, eine Spur Röstmalz, Haselnuss, ein Hauch grappa-holziger Hefe. Über allem scheint aber dieses Modrige zu stehen, dass an einen sandsteineingefassten Keller erinnert, etwas feucht, staubig, Spinnweben in den Ritzen. Komischer aber intensiver Eindruck.
Auch im Geschmack findet sich dieser Eindruck wieder. Ich kann mir nicht helfen, aber dieses Weizen erinnert mich stark an ein Kellerbier. Mit seiner Holzigkeit, seiner modrigen Hefe, seinem leicht staubigen Ausdruck … seltsam. Hinzu tritt noch eine Bitternote, die etwas länger und ausgewogener sein könnte. Ein weiterer Eindruck, der sich mit aufdrängt ist der eines guten Whiskys, der in einem Sherryfass lagerte. Ferner ist noch eine leichte Torfigkeit zu erkennen. Ungewöhnliches und eigenes Aroma. Ganz weit hinten noch eine weizige Bananigkeit. Eine warme Säuerlichkeit, die in der Hefe gründet, rundet das Aroma ab. Dies wirkt nicht konsequent harmonisch und rund, unterstreicht eher die raue Seite eines Weizens. Schwierig diesen Geschmack adäquat zu beschreiben. Starke holzige Elemente treffen auf viel Hefe. Dazwischen liegen Facetten, die in unterschiedlichste Richtungen laufen, wie z.B. dieses Kellerbierartige, das Sherryähnliche, Bananfruchtige, Hopfenbittere. Das Wasser ist fein. Die Kohlensäure topp abgemischt. Die Süffigkeit dennoch nicht überdurchschnittlich hoch. Dazu ist das Aroma nicht glatt genug, wobei die Vollmundigkeit nicht perfekt. Gäbe es diese Gattung, ich würde dieses Hefe in die Kategorie Kellbierweizen einordnen. Etwas schräg aber interessant. Schwierig aber machbar.

Fazit: Kellerbierweizen
Wertung: + + + + - [t 08/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenauszug, Hopfen, Hefe
PS: Vielen Dank an die Verantwortlichen der Günzburger Brauerei für die generöse Zusendung des bombenfest geschnürten und reichhaltigen Bierpäckchens.


Günzburger Ur-Weizen Dunkel (5,1 %) Radbrauerei Gebr. Bucher seit ? aus Günzburg in Bayern:

Sehr urwüchsiger, natürlicher, gerstenmalziger Geruch der einen an ein frisches Feld im Sommer denken lässt. Prächtiger, feincremiger, standhafter, pittoresker Schaum. Die Farbe ist hellkastanienbraun.
Wow. Klasse. Leicht rauchiger Antrank. Trocken-malzig, schlank aufgebaut, röstig und eben leicht rauchig. Die Vollmundigkeit vielleicht nur bei 70 bis 80 %. Dafür ein extrem ungewöhnliches und eigenes Aroma. Dazu im Abgang noch ein kerniger, säuerlich-hefiger Ton, der dem ganzen eine unruhige und wilde Note verleiht. Schmeckt wirklich interessant. Die Vollmundigkeit und Tiefe, wie gesagt, die könnten ausgeprägter sein. In diesem Bereich hat das Aroma Defizite. Was aber das Innovative und Spezielle des Geschmacks angeht, da wiederum kann das Günzburger viel Boden gut machen. Sehr frisch und spritzig. Edel und schlank. Röstmalzig und leicht rauchig. Klares und gerades Auftreten. Das Wasser und die Kohlensäure gehören in die Spitzengruppe. Im letzten Drittel verleiht die Hefe dem Geschmack etwas Lebendigkeit und Wärme. Leicht mehlig. Das macht sich gut.
„Diese Weizenbier-Spezialität ist noch nach alten, ursprünglichen Rezepten handwerklich eingebraut. Es hat eine etwas dunklere Farbe, viel feine Hefe, und ist in original Flaschengärung gereift.“

Fazit: Etwas dunklere Farbe ...
Wertung: + + + + + (t 06/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: Ja
Zutaten: Brauwasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenauszug, Hopfen, Hefe