Glückauf Edelpils (4,8 %) seit 1880 aus Gersdorf
in Sachsen:
Verpackt in der immer etwas eng wirkenden 0,33er Flasche. Ein auf edel
getrimmtes Etikett. Sicher nicht ungelungen. Macht sich gut.
Seltsam-milder Geruch nach sauerer Milch und mildem Hopfen. Auch das Malz
mischt sich ein. Der Schaum wirkt etwas schwach auf der Brust und bricht
keine Rekorde. Die Farbe ist sehr hell und versprüht nicht viel Kraft.
Der Antrank hat überraschend viel Karamel im Schlepptau. Der Hopfen
schält sich eher auf eine zurückhaltende und malzig-blumige
Art heraus. Das Bier wirkt mild, fast schon ein wenig zu dezent. Der Hopfen
hat für ein Pils nicht genug Kraft und Ausdruck. Und um sich mit
einem süddeutschen Pilstyp messen zu können, fehlt ihm die Tiefe
und Langwelligkeit. Zwar wirkt es bekömmlich und mild, jedoch ist
es z.B. im Vergleich zum Herrenhäuser aus Hannover, das ja auch eher
von seiner haromischen und runden Note lebt, nicht warm und lebendig genug.
Man kann zwar nicht sagen, dass es wirklich lau wirkt, vor allem der Antrank
versprüht Lebendigkeit, trotzdem wird man von dem Aroma nicht gerade
überrollt. Der Mittelteil wirkt schon etwas dünn. Der Abgang
toppt das nochmals und enttäuscht durch ein zu kurzes und nicht ausgeprägt
genug wirkendes Finish. Man hat zwar zu jedem Zeitpunkt den Eindruck ein
Bier zu trinken, das natürlich und von feinen und wohlausgesuchten
Zutaten beschenkt ist. Aber das Ergebnis überzeugt nicht hundertprozentig.
Es fesselt nicht. Der Ausdruck hebt sich nicht richtig ab. Der Trinker
wird nicht über Gebühr in den Bann gezogen oder beschäftigt.
Ferner fehlt ihm für ein Pils die nötige Hopfigkeit. Man würde
es nur mit Mühen für ein Pils halten, würde man es mit
verbundenen Augen und unwissend probieren. Zu malzlastig wirkt es. Tja.
Kein Bier, das übergroßen Eindruck macht. Wobei man es vom
Fass eigentlich stärker vorstellen kann. Muss wohl an der kleinen
Flasche liegen. Gut. Kompromiss. Fasslose 4 mit fassigem Hintergedanken.
Fazit: Unfassig
Wertung: + + + + (t 09/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Brauwasser, Malz und Aromahopfen
Im Internet unter: www.glueckaufbiere.de
PS: Vielen Dank an Frau Schüttoff, die uns mit bei
der Besorgung der Glückauf-Biere maßgeblich behilflich war.
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