Glückauf Kräusenbier, Glückauf-Brauerei GmbH, Gersdorf
Sachsen, Alc.: 4,9%vol, 0,5l Mehrwegflasche
"Ein Kellerbier Pilsener Brauart", unfiltriert, nicht pasteurisiert,
ein "Zwickelbier" sozusagen. Hell, fast klar (naja, Hefe und kein
Filter), es macht einen guten festen Schaum. Sonnig golden und ein wenig
Morgennebel. Ein leicht erdiger Malzgeruch liegt auf diesem Gemälde
eines frühen sonnigen Augustmorgens. Es ist prima frisch im Antrank,
fast zu frisch, die Kohlensäure krabbelt auf der Zunge. Auch das Malz
ist frisch, fruchtig und kernig. Der Hopfen macht sich im Mittelteil breit
mit einer Würze, die nicht zu verachten ist. Ein wenig trocken, ein
wenig wie Papier, das sich langsam auflöst, aber ein guter Hopfen doch,
aromatisch, fein bitter. Das Wasser aus dem Erzgebirge macht aus den Zutaten
ein hübsch ansprechendes Bier, herb wie ein Pilsner, aromatisch wie
ein Pilsner, weich wie ein Pilsner. Pilsen liegt zwar nur etwa 160km weit
entfernt, aber das Erzgebirge ist nicht der Böhmerwald... Das Ur-Pilsener
ist noch eine Spur harmonischer und runder.
(Ä guuds Pils isses aba doch g'worn, nuu...)
Fazit: Ä guuds Pils, nuu..
Reinheitsgebot: Ja
Bewertung: + + + + - (D 02/07) |
Glückauf Kräusenbier Unfiltriertes Pilsener(5,0
%) seit 1880 aus Gersdorf in Sachsen:
Dieses „Kellerbier“ ist die Spezialität des Gersdorfer
Braumeisters. Das Etikett strahlt schon mal etwas Uriges aus. Die massiven
Holzfässer im Keller beinhalten sicher einen leckeren Sud ...
Huj. Sehr frischer, feuchter, kellerartiger, leicht modriger mit Hefe
angereicherter und von Malz bestimmter Geruch. Etwas säuerlich. Aber
sehr frisch und spritzig. Der Schaum kriegt schon mal mein Lob. Sehr schmucke
Sache. Die Farbe ist recht hell und hefig eingetrübt.
Interessante Mischung aus blumig-süßen, leicht parfümartigen
und säuerlich-kernigen Malzpart. Sehr abwechslungsreich und frisch;
schon wieder. Die Rezenz ist recht hoch, der Hopfenanteil klar spürbar.
Dazu mischt sich noch die kecke Hefe.
„Aus besten Rohstoffen traditionell gebraut. Unfiltriert und
naturbelassen. Spezialität für Kenner!“ Das kann
man eins zu eins übernehmen und bestätigen. Interessantes Erscheinungsbild.
Spritziges und erfrischendes Auftreten. Ausdrucksstarker Geschmack. Eigenes,
unangepasstes Aroma. Was nicht positiv punktet ist das Wasser in Kombination
mit der Kohlensäure. Hier könnte man sich ein wenig mehr Weichheit
und Cremigkeit vorstellen. Darunter leidet die Süffigkeit. Ist doch
etwas zu prickelnd und stößt mehr oder weniger stark auf. Fernerhin
aber ein sehr natürlich schmeckendes, originelles Bier. Interessante
hopfen-hefe-lastige Mixtur. Sicher nichts für den Durchschnittstrinker
sondern eher etwas für den Kenner und Genießer. Geschmacklich
sehr interessant. Aber der hohe Kohlensäureanteil nimmt dem Bier
doch einiges an Fahrt. Und im Vergleich zum Schäffler Bräu Zwickel
aus Missen im Allgäu zieht es den Kürzeren.
Fazit: Spezialität des Braumeisters
Wertung: + + + + - (t 08/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Malz, Hopfen, Wasser, Hefe
Im Internet unter: www.glueckaufbiere.de
PS: Vielen Dank an Frau Schüttoff, die uns mit bei der Besorgung
der Glückauf-Biere behilflich war. |