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Goedecke’s Döllnitzer Ritterguts Gose Die Echte (4,2 %) 0,5-Liter-Flasche Original Brauerei-Abfüllung für W. Goedecke GmbH, Das Kirchenholz 8, 06258 Buerliebenau seit 1824 aus ? in Sachsen:

„Ritterguts Gose. Seit 1824 brauen wir unsere berühmte Döllnitzer Ritterguts Gose nach dem alten Geheimrezept der Familie Goedecke. Erleben Sie den einzigartigen Geschmack und die die unverwechselbare Frische dieser traditionellen Spezialität, die bereits Kaiser Otto III vor über tausend Jahren zu schätzen wusste! Zum Wohl: Goseanna!“
Ruhiger, leicht modriger, voller, kellerbierartiger, malzbittersüßer, schwach hefiger, kräuterartig-gedämpfter Geruch. Der Schaum ist sicher nicht die Stärke dieser Spezialität. Die Farbe ist ein honigartig-bernsteinähnliches Braun.
Wie anders der Antrank!! Ist der Geruch ausgewogen und mild, so gibt es zu Beginn gleich die Richtigstellung. Hier haben wir es mit einer äußerst lebendigen, schwungvollen und vorpreschenden Sorte zu tun. Die Kohlensäure ist extrem intensiv und bizzelig, bleibt dabei aber feingliedrig. Säuerliche, saure Aromen finden sich in kräuterartigen und hefigen Ausprägungen. Salziges scheint vorhanden, wirkt etwas scharf. Kellerbiertypisches findet sich, die Hefe sorgt für diese Stimmung, ist in der Abstimmung aber nicht wirklich mild oder bekömmlich. Alles ist ständig in Bewegung, das Aroma überschlägt sich fast, ist unruhig, ungestüm, fordernd. Dabei sehr erfrischend und extrem spritzig. Im Antrank findet man eine leicht pilzartige Hefemodrigkeit, die im Finish nochmals in anderer, gedämpfter Form mit einem leichten Schuss Schwefel wieder auftaucht. Der Weizen dringt recht spelzig an die Oberfläche, wirkt jung und frisch. Der Koriander sorgt für einen leicht apothekenartigen, kräuterhaften Einschlag. Das Malz hat vorne eine gewisse Wirkung, leicht nussig, ein wenig harzig, versehen mit einer entfernten Süße. Am Gaumen wird es säuerlicher, bitterer, unruhiger. Insgesamt ist aber das Säuerliche über die volle Distanz prägend. Der Geschmackskörper ist eher unstrukturiert und wild. Die Vollmundigkeit ist nicht sonderlich ausgeprägt, bei der Stammwürze ist das völlig OK, dennoch ist das Aroma stark und präsent. Säuerlich-salzig-kräuterartig-hefig. So könnte man den Grundcharakter dieses Bieres beschreiben. Die Bittermomente des Hopfens und die Malznuancen sind Randerscheinungen. Ein absolut ungewöhnliches Gebräu mit langer Tradition. Ein Charakterbier, das voll gegen den Trend schwimmt und alleine deshalb schon Sympathiepunkte erntet. Wo andere den leichten Massenweg gehen und ihre Biere immer gleichförmiger und lauer einbrauen, fährt Goedecke’s Döllnitzer Ritterguts Gose die Krallen aus und hat ein Aroma raus, das alles andere als normal ist. Sicher nichts für übermäßig Harmoniebedürftige und Fernsehbierliebhaber. Die werden u.U. sogar die Nase rümpfen. Für offene Geister ist das aber ein Zugewinn, eine feine, aromatisch anspruchsvolle, seltene Rarität, die den Bierhorizont erweitert. Man darf nur nicht den Fehler machen, diesen Trunk mit Standardgebräuen direkt zu vergleichen, man würde ihm unrecht tun, vielmehr sollte man die Tradition und Geschichte in den Vordergrund stellen, die hinter diesem Bier steckt. Übrigens stabilisiert sich der Geschmack etwas, wenn die ganze Hefe im Glas ist. Dann wird es ruhiger um die Hefe, etwas nussiger und kellerbiertypischer.

Fazit: Goseana!
Wertung: + + + +* [t 07/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: NEIN
Zutaten: Brauwasser, Gersten- u. Weizenmalz, Hefe, Hopfen, Kochsalz, Koriander
Im Internet unter: www.leipziger-gose.de