Göller Drosendorf Urstoff (4,9 %) seit 1865 aus Drosendorf in Bayern:
Klassisch bis herrlich altmodisch gestaltetes Etikett. Dazu die Bügelverschlussflasche.
Sieht gut aus. Prächtiger Schaum. Feinporig und opulent wie standhaft.
Makellos. Die Farbe ist heller Bernstein. Der Geruch ist durchaus hopfenangehaucht,
hat aber auch warmmalzige Elemente, die süß und leicht honigartig
wirken. Insgesamt aber eine eher zurückhaltende Entfaltung.
Leicht nussige, harzig-süße Malztöne bestimmen das erste
Drittel dieses Bieres. Nach hinten raus nimmt der Hopfenanteil zu und
entfacht eine holzig-bittere, kernige Nuance. Der Nachgeschmack wird
durch eine markante wie feinbittere Note lange getragen. Das Wasser
ist fein, die Kohlensäure agil aber angenehm. Die Zutaten entwickeln
eine gute Fahrt und wirken natürlich. Die Vollmundigkeit wäre
sicher ausbaufähig, dafür ist die Süffigkeit gut ausgeprägt.
Die Harmonie der Inhaltsstoffe ist nicht perfekt, dafür bewahren
sie ihre Eigenheiten unverblümt. Ein Bier, das zu Beginn weichere,
malzigere Aspekte hat, später dem Hopfen mehr Raum gibt. Harzig
und leicht holzig. Honig wie Bitterhopfen. Die Intensität des Geschmacks
jedoch kommt nicht so richtig auf Touren. Zwar haben die Zutaten ein
eigenes Gesicht und wirken vollkommen unverfälscht. Aromatisch
oder wirklich würzig ist es nicht. Sehr gut trinkbar und gemütlich-solide.
Packend oder verblüffend ist es nicht. Sehr gute und solide wie
bodenständige Arbeit hoher Handwerkskunst. Das merkt man jedem
Schluck an. Etwas mehr Dynamik und Druck im aromatischen Sinne wäre
aber auch nicht schlecht gewesen. Über jeden Zweifel erhaben. Aber
der letzte zündende Funken will nicht gänzlich überspringen.
Andererseits … die Süffigkeit und Zugkraft ist schon enorm.
Und der Geschmack, der vorhanden ist, hat sehr viel Individualität
und letztendlich auch Liebe zum Detail. Gut. Eine 4,5 ist absolut drin.
Kann man geben. Zumal dieses Bier aus einer der vielen kleinen fränkischen
Brauereien familiärer Prägung stammt. Übrigens hat dieses
Göller nichts mit den Sorten aus Zeil am Main etwas zu tun.
Fazit: Nicht zu verwechseln mit …
Wertung: + + + + - [t
02/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
PS: Vielen Dank an Daniel M. für die Zusendung
dieses Bieres.