Göller Rauchbier (5,2 %) seit 1514 aus Zeil in Bayern:


Das Rauchbier in der Bügelverschlussflasche. Ein uroberfränkische Spezialität, die sich je kleiner der Kreis um Bamberg wird, stärker in den Mittelpunkt tut. Nun versuchen sich auch die Zeiler in diesem Metier. Der Schaum ist außen etwas grobporig, innen fein. Der Geruch ist überraschend zurückhaltend, nur ein Hauch Rauch und Schinken sind erkennbar, trocken, malzig. Die Farbe geht in Richtung Hellbraun und strahlt ein warmes Leuchten aus.
JAWOLL. Ist das lecker! - - - Verrückt. Gut. Wenig Worte sind ab hier zu verlieren. Viel zu gut, um sich mit Geschwafel aufzuhalten. Dieses Bier hat eine Ausstrahlung, einen Ausdruck, etwas dermaßen Spezielles, man spürt fast ein wenig Erfurcht. Dieses Schinkenartige, Rauchige, herzhaft Würzige, dieses angenehme, sympathische, schräge aber dennoch kompakte und harmonische Anderssein. Verblüffend gut gelungen und umgesetzt. Und sind andere Biere diese Kategorie oft unbarmherzig, so versteht es das Göller sehr mild und bekömmlich und auch süffig zu erscheinen. Das ist selten. Noch seltener wird diese verrückte Sanftheit erreicht, diese fast schon selbstverständliche Exotik. Absolut anders als alles, was der Ottonormalverbraucher kennt. Dennoch findet man sofort Zugang zu diesem Bier und freundet sich binnen Augenblicken mit ihm an. Hat man dazu noch eine experimentiefreudige Ader und besitzt Offenheit gegenüber solchen Bieren, dann wird man um ein absolut gutes, dermaßen gelungenes, völlig lösgelöstes Bier bereichert. Dazu feinstes Wasser. Prickelnd-zurückhaltende Kohlensäure. Neben den feinrauchigen und würzigen Noten noch etwas Fruchtiges. Trockenherzhaft ausgelegt. Tolles Pfund.

Fazit: Es raucht
Wertung: + + + + + + [t 05/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser, Rauchmalz, Malz, Hopfen
Im Internet unter: www.brauerei-goeller.de