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| Gottsmannsgrüner Das Schwarze Vollbier (4,8 %) V. Koch’sche
Brauerei seit 1535 aus Gottsmannsgrün in Bayern: Kunst. Gestaltung. Künstlerische Anordnung. Alles Geschmackssache. Dennoch wage ich zu behaupten, dass das Gottsmannsgrüner Label weit über die allgemeinübliche Mühe hinausgeht. Das sieht richtig gut aus, schmeichelt dem Auge, weckt Emotionen, verbindet. Farben wie Linienführung haben etwas Besonders. Der Schaum hat Potential. Nicht zu aufbrausend, trotzdem erhebt sich eine majestätische Haube über dem dunklen Schwarz. Feine Struktur. Guter Stand. Ansehnliches Volumen. Alles im Lot. Die Farbe auf den ersten Blick Pechschwarz. Gegen das Licht gehalten mischt sich ein edler Braunton mit hinzu. Der Duft ist trocken, erdig, malzig, röstig angehaucht. Dezent. Zurückhaltend, schon gar nicht aufdringlich, dennoch tief und voll. Und spannend. Erdig und trocken geht es auch im Antrank weiter. Dazu gesellt sich noch ein korkiger und für ein Schwarzes sicher ungewöhnlicher Hauch hinzu. Und das ist in diesem Falle der Knackpunkt. Das Korkige nimmt dem ganzen Aroma viel Schwung. Zu ungewöhnlich und unnatürlich wirkt es in diesem Zusammenhang. Fast übermächtig hockt es über allem und verscheucht den Rest. Im Weizenbereich durchaus üblich, vertritt es bei den dunklen Bieren doch eher eine absolute Nische. Ansonsten kommt noch Kaffee. Mokka. Erdiges. Trockenes. Malziges. Jedoch nicht gerade kompakt und einheitlich. Zwar sind Wasser und Kohlensäure auf jeden Fall hohen Niveaus. Aber das fast schon penetrante Korkige schiebt letztendlich alles beiseite und lässt eine breit gefächerte und offene Bewertung nur schwer zu. So sehr das schwach Schinkige auch empor möchte. So stark das röstige Malz auch nach dem Spot lechzt. Das Ganze wird übertönt. Korken. Für Wein die Lösung. Für Bier nicht passend. „Sich Träume erfüllen“ steht auf dem äußerst gelungenen Etikett. Das haben einige andere Bier der Gottsmannsgrüner Brauerei schon getan. Aber das Schwarze, das kommt irgendwie nicht so richtig in Fahrt. Fazit: Sich Träume erfüllen Wertung: + + + + [t 12/06] Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt PS: Vielen Dank an die Verantwortlichen der Gottsmannsgrüner Brauerei, die uns mit diesem und dem Bock Biere zugeschickt haben, die um Gottes Willen in keiner Biersammlung fehlen dürften. |
| Gottsmannsgrüner Das Schwarze Vollbier (4,8 %)
seit 1535 (!) aus Gottsmannsgrün in Bayern: Was für ein Geperl des cremig-beigen Schaumes. Der steht stramm und feinporig seinen Mann. Dunkel-bernstein mit braunen Einschlüssen leuchtet geheimnisvoll von Innen. Der duft ist malzig, leicht trocken, karamellastig, leicht scharf. Der Antrank wird von karamelartigem Malz, leicht süß aber doch knackig-erdig, bestimmt. Die Herbe ist deutlich zu spüren, an Hopfen wurde nicht gespart. Das Bier ist spritzig, ohne aufdringlich zu wirken. Das Wasser kann man ohne Umschweife als weich bezeichnen. Die Harmonie ist gut, störende Geschmackseinflüsse fehlen gänzlich. Den Abgang beherrscht ein eher trocken-bitterer Ton; nicht unangenehm. Soweit also alles in Ordnung. Leider muss man sagen, dass die guten Eindrücke sich aber eher an der Oberfläche tummeln, es nicht schaffen, tiefer zu dringen und eine nachhaltige Empfindung hervorzurufen. Es schmeckt nett. Es schmeckt gut. Das Bier ist süffig, harmonisch und ausgewogen. Aber der letzte Kick, der Aha-Effekt bleibt aus. Es ist nicht individuell genug geprägt, um sich von den vielen guten Dunklen Bieren abzuheben. Zwar wirkt es sehr rein, handwerklich einwandfrei gebraut und mit feinen Zutaten gesegnet. Aber eine gewisse Lauheit kann es nicht verbergen. Da fehlt etwas mehr Feuer, etwas mehr Einsatz. Ansonsten aber ein feines und mehr als trinkenswertes Bier. Nur schade, dass dieses gewisse Quäntchen fehlt, denn man hat durchaus den Eindruck, dass dieses Dunkle mehr könnte, wenn es wollte. Somit nur eine gute 4. Fazit: Über 450 Jahre Brautradition Wertung: + + + +* (t 07/04) Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja Zutaten: Brauwasser, Malz, Hopfen, Hopfenextrakt PS: Vielen Dank an die Leute der Gottmansgrüner Brauerei, vor allem Matthias D., die uns mit einer Probe tatkräftig unter die Arme gegriffen haben Internet unter: www.gottsmannsgruener.de |