Gottsmannsgrüner Doppelbock (7,8 %) seit 1535 aus Gottsmannsgrün in Bayern:
Der Geruch hat Format. Das duftet dermaßen intensiv, da bekommt man gleich den nötigen Respekt eingeflösst. Die Farbe ist relativ hell. Der Schaum für einen Doppelbock erstaunlich standhaft.
Ja Herrschaftszeiten. Was ist denn hier los?! Doppelbock!? So mild, bekömmlich und sanft? Super! Unglaublich vollmundig. Das Aroma verströmt eine Dichte, eine Süße, die es in sich hat. Gleichzeitig aber wirkt dieses Bier phantastisch weich, glatt, mild und süffig. Da beißt, kratzt oder sperrt absolut nichts. Im Gegenteil. Das fließt runter wie Honig. Und das ist natürlich fatal, denn die Trinkgeschwindigkeit ähnelt eher der eines durstigen Mannes im Hochsommer, der nach einem schweißtreibenden Tag auf der Baustelle eine Flasche Wasser einspeist. Unglaublich süffig, der Gottsmannsgrüner Doppelbock. Herrliche Würze. Die Hopfenbittere nur sehr schwach akzentuiert. Das Wasser ein Segen, die Kohlensäure fachmännisch eingestellt.
Honigsüß rinnt der Bock die Kehle hinunter. Kühl und gleichzeitig wohlig. Dieses Bier ruft eine spontane Entspannung hervor. Es gelingt ihm, dem Trinker jedwedes Vorurteil zu rauben. Selbst das leicht ungute Gefühl, dass man beim Genuss eines Bocks hat, wird umgehend weggespült. Man wird einfach nur von diesem warmen, wohligen Gefühl umfangen und kann dieses Bier uneingeschränkt genießen. Selten solch einen würzigen, weichen, milden Bock getrunken. Großes Kompliment an die Brauleute aus Gottsmannsgrün. Für Genießer, die sich gerne auch mal an einem Bock versuchen, ist dieser hier ein absolutes Muss.
Fazit: Fabelbock
Wertung: + + + + + - (t 07/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen, Hopfenextrakt
PS: Vielen Dank an die Leute der Gottmansgrüner Brauerei, vor allem Matthias D., die uns mit einer Probe tatkräftig unter die Arme gegriffen haben
Internet unter: www.gottsmannsgruener.de