Graf Arco Edel Hell (5,3 %) Privatbrauerei Gräfliche Brauerei
Graf Arco Valley GmbH seit 1630 aus Adldorf in Bayern:
Schmuckes Äußeres. Schönes Label. Festlich. Auffällig.
Was ich aber nicht ganz verstehe, das ist die Schreibweise des Edel
mit zwei ll mittig. Edell?! Absicht? Versehen?! Komisch. - - Das Bier
jedenfalls läuft schon mal sehr schnittig ins Glas. Der Schaum
schraubt sich sehenswert empor. Der Stand ist dann enttäuschend.
Relativ schnell sackt er ab. Dennoch ist die Substanz gut. Der malzige
Geruch wird durch eine unübersehbare Säuerlichkeit bedrängt,
die seltsam brauseartig und überdreht wirkt. Die Farbe erinnert
an Honig und Gold. Klar.
Etwas nervöser, unruhiger und instabiler Antrank. Das Säuerliche,
Brauseartige ist viel zu vordergründig und vertreibt die anderen
guten Geister. Viel Gerste ist im Spiel. Unreif und spelzig. Weder besonders
weich noch wirklich ausgewogen oder mit beiden Füßen auf
dem Boden. Seltsam wild und suchend. Dazu ein zwar in den ersten beiden
Dritteln vollmundiges Geschmacksbild. Die Nachhaltig jedoch ist klein,
gering. Das wirkt fast wie eine Mogelpackung, so leer und unbefriedigend.
Aber nicht alles ist schlecht. Freunde eines leicht überdrehten
Gerstenspektakels kommen hier sicher auf ihre Kosten. Denn die macht
durchaus Alarm. Wer aber Ruhe, Ausgewogenheit oder Reife sucht, der
wird hier etwas umherirren. Richtig in Fahrt kommt dieses Helle nicht
wirklich, wie auch die Stimmung sich schwer tut. Fast wirkt dieses Bier
etwas aufgesetzt. Nicht mit Herz gebraut sondern mit anderen Hintergedanken
- - - Aber ich möchte hier keine Steine lostreten, die ich dann
nicht mehr halten kann. Jedem das Seine. Tatsache ist, dass dieses Bier
äußerlich sehr bunt und aufgesetzt auftritt. Ähnlich
ist der Geschmack. Eine gewisse Künstlichkeit ist nicht zu leugnen.
Wie ein Hausbrauereibier schmeckt dieses sicher nicht. Was an sich noch
kein Problem wäre. Schlimmer ist diese Aufdringlichkeit der Kohlensäure,
dieses Bizzelige, dieses Feingrobe, das sich mit jedem Schluck in die
Geschmackspapillen krallt. Das Drumherum kann sich kaum entfalten. Auch
die Vollmundigkeit überzeugt nicht. Ein Bier, das enttäuscht.
Da gibt es eine ganze Schlange bessere. Dieses hier macht wenig Eindruck
und bleibt kaum hängen. Schade. Herkunft und Label auf Größeres
schließen lassen. Das Ergebnis ist eher enttäuschend. Kein
Bier das ergreift. Das Süße, das Saure, das Bizzelige, die
spelzige Gerste. Kein blindes Verständnis.
"Gebraut von Meistern der Braukunst in der Gräflichen
Privatbrauerei Arco Valley. Bestes Brauwasser aus eigener Quelle, Hallertauer
Siegelhopfen und erlesenes bayerisches Braumalz. Ein „Bier-Erlebnis“
für alle, die große Bayerische Brautradition – aus
gräflichem Haus – zu genießen wissen.“
Fazit: Gräflich
Wertung: + + + [t 12/08]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen