Granicum hell, 4,8%, seit 2004 aus Grenchen in der Schweiz


Das ist ja ganz stark – Botticellis Venus und Michelangelos David auf der Etikette. Kunstvoll inszeniert vom Schweizer Künstler Pavel Schmidt. Granicum ist der lateinische Name von Grenchen und bedeutet Kornspeicher. Die Stadt liegt im Kanton Solothurn – im so genannten Schweizer Mittelland. Die 0,5-l-Bügelverschlussflasche ist offen und sofort machen sich süß-fruchtige und beerenartige Aromen breit. Der Schaum baut sich schön auf. Jetzt werden die an süßen Beeren erinnernden Aromen durch harmonische Düfte von Gerste ergänzt. Im Glas funkelt das naturtrübe Granicum in einem schönen Gelb. Der Auftakt ist trocken-würzig-grasig und heuartig. Im Mund ist das Bier trocken, rund und vollmundig, mit einer parallel fein mit eingebundener Hopfenherbe. Das Grenchener Helle ist relativ lang und nachhaltig im Abgang, der gesamte Mund- und Rachenraum bleibt dann trocken und geschmacksneutral. Auf der Zunge und auf den Lippen geben sich Süße und Herbe die Hand – cooles Gefühl. Das Nachtest-Bier hat eine interessante Note von gedörrten Früchten; ja, es sind Birnen und Äpfeln. Bei beiden getesteten Bieren baut sich der Schaum relativ schnell wieder ab. Das Wasser ist angenehm weich, die Kohlensäure fein-kernig bemessen. Im Großen und Ganzen wirken die Aromen eher zurückhaltend und bedacht. Schade eigentlich, denn ein Bier mit so einer Etikette müsste strotzen vor Selbstbewusstsein bzw. Lautstärke der Aromenintensität. Aber gut. Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Das dazu nötige Potential ist in jedem Falle da.

Fazit: Alles wird gut
Wertung: + + + -* [i 04/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen
Im Internet unter: www.granicum.ch
PS: Herrn Lötscher besten Dank für die zwei Testbiere.