Greifenklau Pils (4,9 %) seit 1719 aus Bamberg in Bayern:
Nicht sehr offensiver Duft mit einem eher unterkühltem Hopfen. Der Schaum ist zwar recht feinporig, tut sich aber ansonsten nicht sonderlich hervor. Das muss aber nichts heißen. Die Farbe ist pilstypisch. Ein Wort noch bezüglich des scheinbar selbst gemalten aber dennoch sehr liebevoll und umso originelleren Labels.
Recht trocken und ordentlich durchgehopfter Antrank. Das Wasser fällt auf. Recht rein und weich, dazu sehr klar im Ausdruck. Eine fabelhafte Basis zum Aufsetzen. Die Kohlensäure könnte eine Spur feiner eingestellt sein, erreicht aber trotzdem recht angenehmes Niveau. Dominiert wird das Aroma klar vom Hopfen. Dieser wirkt rein und frisch, eher jung als klassisch. Das Malz kommt mir etwas zu schwach weg. Ein wenig mehr davon, und dieses Pils hätte sicher etwas mehr Fahrt und Dynamik abgekriegt. So wirkt es etwas zu einsilbig. Zwar hat es durchaus gute Qualitäten. Das ganze wirkt sehr rein und handwerklich einwandfrei. Aber eine bisschen zu zurückhaltend. Ein wenig mehr Esprit und Selbstbewusstsein, und das Greifenklau hätte richtig Eindruck hinterlassen. So bleibt es bei einem sehr netten, zu braven, geschmacklich einwandfreien aber zu defensiven Pils, dass beste Voraussetzungen hat, aus diesen aber nicht das allerletzte herausholt. Vor allem der Abgang ist etwas zu ausdruckslos, fast flach. Da könnte man noch eine Schippe nachlegen. Zwar ist dieses Bier herrlich süffig, vor allem das Wasser zeichnet sich aus, aber der Geschmack wirkt nicht intensiv genug, fast ein bisschen steril, auf jeden Fall zu verhalten. Die Brust müsste breiter sein, dann wäre dieses Pils eine richtig gute Sache. Eine 4,5 kann man noch geben.
Fazit: Breitere Brust
Wertung: + + + + - (t 08/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen