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| Greizer Schloß Pils (4,9%) seit 1872 aus Greiz in Thüringen:
Kuzer, trockener, recht herber Geruch. Der Schaum ist grobporig,
wenn auch passabel. Der Antrank ist schmal und begleitet von etwas Metallischem
bzw. Gummiartigem, als hätte der Kronkorken was abgegeben. Das Wasser
ist zwar weich, erklimmt aber auf der Skala von 10 eine sieben. Der erste
Eindruck ist recht herb, wenn auch nicht zu trocken. Glücklicherweise
verschwinden die beiden ungewünschten Beigeschmäcker rasch und
machen dem eigentlichen Aroma Platz. Das weiß durch ein klares und
durchstrukturiertes Geschmacksbild zu gefallen. Das Greizer Schloß
Pils wirkt deutlich kühler und härter als das Hofstettner im Vergleichstest.
Hier herrscht eine klare Hierarchie. Wo der Konkurrent mit weichen Linien
und runden Formen aufwartet, setzt das Greizer strenge Formen und dem Urgedanken
untergeordnete Strukturen entgegen. Mit drängt sich das der Vergleich
des klassich-kühlen und disziplinierten Bauhaus-Stiles (ich weiß,
in Dessau...) mit den bunten und verschnörkelten Formen der Hundertwasser-Architektur
auf. Das eine streng und praktisch. Das andere jung und verspielt. Das Greizer
vertritt also eher das Konservative eines Pilses. Klar, untergeordnet, geradlinig.
Beide Biere überzeugen und werden je nach Geschmack dem einen mehr,
dem anderen weniger schmecken. Tatsache ist, dass das Greizer sehr klar
und durchdacht ist und dem Liebhaber klassischer, stramm durchgehopfer Pilsbiere
eher entgegen kommt. Es hat zwar im Nachgeschmack nicht den langen Atem
des Hofstettners, wirkt
aber insgesamt klarer und archischer. Gut gehopft und streng organisiert
im Aroma. Dafür hat es bessere Steherqualitäten. Die Kohlensäure
macht bis zum Schluß Druck und puscht das Bier so mit Elan nach vorne.
Keine schlechte Sache. Eine etwas schwächere 5 als beim Kollegen aus
Österreich. „Ein feinherbes Pils, Meisterwerk Greizer Brautradition.
Frische, die man schmeckt.“ Gute Empfehlung. Fazit: Bauhaus Wertung: + + + + + (t 03/03) |
| Greizer Schloß Pils, Vereinsbrauerei Greiz /
Thueringen, Gebraut nach dem Deutschen Reinheitsgebot, Mehrwegflasche 0,5l,
4,9%alc. vol.: "Ein feinherbes Pils, Meisterwerk Greizer Brautradition, Frische die man schmeckt" - so steht es auf der Flasche. Ein helles Pils mit einer weißen Schaumkrone ist es, so wie es sein soll. Malz und Hopfen formen sich zu einem frischen Aroma, das frische und weiche Wasser spielt sicher hierbei auch eine gute Rolle. Das Malz ist frisch und der Hopfen feinherb, wie es der Braumeister verspricht. Vielleicht eine Spur zu herb ist der Hopfen am Anfang, vielleicht eine Spur zu flach ist das Malz im Abgang. Für Super Sechs reicht es nicht ganz, aber fünf Punkte soll es für dieses Pils geben! Fazit: Feinherb und kräftig. Bewertung: + + + + + (Dieter 04/03) |