Griess Kellerweisse ungesprundet (? %) seit ? aus Geisfeld bei Bamberg
in Bayern:
Diese Flasche ist mit dem Standardbauchetikett geschmückt. Drüber
ist auf einem weißen nackten Label handschriftlich vermerkt: „Probesud.
Ganz neu. Etiketten gibt’s noch nicht!“ Also, wenn dass
kein Neueinsteiger ist … frischer dürfte es wohl kaum gehen.
Der Schaum kommt etwas schwer in die Gänge. Ein steilerer Einschenkwinkel
unterstützt die Bildung. Trotzdem ist das Volumen höchstens
Durchschnittlich. Die Farbe ist strohig-golden und trüb. Der Geruch
ist fruchtig, zitronenfruchtig, sehr frisch und spritzig, hefig, leicht
chlorig.
Holzig-bitterer Antrank. Sehr intensiv und ausdruckstark, aber auch
ein bisschen ungeordnet und wild. Die Hefe verströmt eine kernige
Säuerlichkeit und dominiert den Geschmack. Der Hopfen gibt einen
ordentlichen Schuss Bitterkeit hinzu. Der Antrank ist in Sachen Vollmundigkeit
der schwächste Part, im Mittelteil steigt diese vehement an, der
Abgang verliert wieder etwas an Tiefe. Hier kommt aber eine fruchtige
Note hinzu und die Hefe wird griffiger, mehliger, ruhiger. Ein sehr
interessantes Bier, dem man aber eine gewisse „Unreife“
bzw. das Anfangsstadium, in dem es sich befindet, noch anmerkt. Sicher
ist dieser Probesud schon eine weit fortgeschrittene Version, deuten
doch die Grundlagen klar darauf hin, aber ob diese die Finale Kreation
sein wird, glaube ich nicht ganz. Denn ein paar Kleinigkeiten gäbe
es sicher noch zu beheben. Kellerbier hin oder her. Die Unruhe und Wildheit
müsste noch ein wenig besser in den Griff zu kriegen sein. Auch
diese leicht aufdringliche und harte Bitterkeit könnte entschärft
werden. Ansonsten aber eindeutig ein sehr gelungener Versuch und ein
Bier mit Zukunft.
Fazit: Bier mit Zukunft
Wertung: + + + + [t 09/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
PS: Vielen Dank an den Landbierdealer Reiner aus Hof
für eine neuerliche und ausgiebige Frankenbierspende.
www.landbierdealer.de