Grönland Ice Cap Beer Amber Lager (4,5 %) 0,5-Liter-Flasche seit
? aus ? in Grönland:
Dieses Bier wird tatsächlich aus „dem reinsten Wasser der
Welt, gewonnen aus dem Eispanzer Grönlands“ gebraut. Das
Eis wird per Hand in Ilulisaat von einheimischen Fischern gesammelt.
Unter www.icecapbeer.com kann man sehen, von wo das Eis stammt und von
wem es gepickt wurde. Die Batch no. Steht auf dem Kronkorken: BN 022011.
Unglaublich.
Der Schaum ist überraschend gut ausgebildet. Sehr feinporig, groß
im Volumen, beachtlich im Stand. Drunter ein etwas schmutziges wenn
auch klares Kastanienbraun. Der Geruch ist malzig, süß, etwas
steif, nicht wirklich homogen und natürlich, aber auch nicht enttäuschend.
Eine gewisse Papiernote taucht noch hopfenseitig auf. Generell beschränkt
sich die Sache aber auf malzige Elemente.
Ganz zu Beginn tauchen Schokoladig-röstige Aromen auf. Auch etwas
Kaffeeeinfluss ist spürbar. Das macht sich gut. Im Anschluss jedoch
kommt eine schlammige, gedehnte, undefinierte Impression auf, die süß
und klebrig wirkt. Geschmacklich ist das schwer einzuordnen, und ich
nutze nur ungern den Begriff „schlammig“ obwohl er meines
Erachtens am ehesten zutrifft, jedoch sicher übertrieben (formuliert)
ist. Auf jeden Fall wird das Aroma mittig ungenau, unscharf und latschig.
Im Finish stabilisiert sich die Sache wieder, der Hopfen kommt endlich
ins Spiel, eine feinbitter-trockene und leicht papierartige Note ist
das Ergebnis, die gleichzeitig etwas feucht-ledriges auffährt,
das stumpf und säuerlich ist. Leider taucht auch eine schwach oxidierte
Nuance auf. Also geschmacklich ist das sicher nicht der Gipfel. Was
das Wasser angeht, und darauf hat der geneigte Leser sicher schon gewartet,
muss man klar sagen: weich, samtig, gediegen, völlig unaufdringlich,
seidig. Eine hervorragende Basis. Keine Frage. Auch die Kohlensäure
ist prima in Schuss. Wäre der Geschmack etwas runder und geschliffener,
die Süffigkeit könnte Höchstwerte erreichen. Aber darum
geht es ja hier eigentlich gar nicht. Man muss bedenken, dass man hier
eine absolut schräge Bierkomposition auf dem Tisch stehen hat.
Und wirklich vergleichbar ist das mit renommierten Standardbieren sicher
nicht. Darum sind wir nicht allzu kritisch und sehen das Positive: ein
Gebräu mit Seltenheitswert, das bei einer Reise nach Grönland
ein absolut passendes Getränk wäre. Kühl genug würde
es ja in der Regel sein. Auch wenn das Finish sicher ein bis zwei Stufen
ausdrucksstärker und geschmacklich ausgefeilter sein könnte.
Sei’s drum. Bier aus Grönland. Das ist doch genial.
Fazit: Kühl genug
Wertung: + + + - [t 06/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter:
www.icecapbeer.com