Grünbacher Braumeister Weizen Hell (5,3 %) seit ? aus Grünbach
in Bayern:
Bayern. Weizenland. Die Wiege des Hefebieres. Kein andere Gegend weltweit
verfügt nur annähernd über solch eine Weizenbiervielfalt.
Wo sonst also die verführerischen Tränke genießen, wenn
nicht hier?! Das Etikett stellt einen Herren Benno Scharl mittig vor,
der mit einer Schriftrolle in der Hand und in historisch anmutender
etwas grimmig dreinschaut, war wohl der damalige Braumeister und wachte
streng über die Vorgänge in der Schloßbrauerei Grünbach.
Leider erfährt man nicht mehr, was es mit diesem Manne auf sich
hat. - - Passend zur Herkunft: das weiß-blau des Labels.
Der Schaum entfaltet sich prächtig – feinporig und stramm.
Die Farbe ist überraschend dunkel. Hefetrübkastanienbraun.
Der Geruch ist malzig und hat etwas limonadenartiges, orangenhaft-fruchtiges.
Mehliger Antrank. Die Hefe ist recht präsent, ohne übertrieben
zu wirken. Trotzdem ist dies der Hauptaromaträger. Sehr hefige
Angelegenheit von A bis Z. Auf gleichmäßigem Niveau ausdrucksstark.
Das Malz geht dabei etwas unter, somit wirkt das Bier nicht besonders
warm oder dynamisch. Dazu trägt auch die für meinen Geschmack
viel zu bizzelige Kohlensäure bei, die sprudelt nur so. Dies überpinselt
vieles, so kann man z.B. kaum ermitteln, wie weich das Wasser ist. Auch
der Geschmack leidet etwas unter dieser Kohlensäurelebendigkeit.
Schade. Denn die Grundzüge, vor allem zu Beginn, wenn die Wogen
noch etwas geglätteter sind, macht die Sache einen guten Eindruck.
Nussig-hefig. Dann gleitet es aber ab. Die Entfaltung des Aromas kommt
nicht richtig in die Gänge. Trotzdem hat man das untrügliche
Gefühl, es mit einem guten Bier zu tun zu haben.
Fazit: Benno Scharl
Wertung: + + + + [t 11/05]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfen, Hefe
PS: Vielen Dank an Eckhardt K. aus Freising für
die Zusendung dieses Weissbieres.