Grünbaum Hefepils "Spion-Bräu" naturtrüb,
Grünbaum Brauerei Chr. Schmidt, Aalen, BW, D, Alc.: 4,7%vol,
0,33l Mehrwegflasche
Woher der Name "Spion-Bräu" kommt - vielleicht weiss
es jemand und klärt uns mal auf... Ein Hefepils - kein Hefe-Pilz.
Pils wird ja immer mit Hefe gebraut, warum es hier im Namen steht,
weiss ich nicht. Das werde ich gleich prüfen.Ein kräftiger
Hopfengeruch macht sich gleich nach dem Öffnen breit. Die Kohlensäure
sprudelt in der Flasche und krabbelt stetig nach oben zu Licht. So
wie beim Schampus. Dann der super super Schaum. Der baut sich im Glas
auf und steht wie eine Wand. Da muß ich die berühmten 7
Minuten warten, damit ein ganz sauber eingeschenktes Pils entsteht.
Es ist nicht nur sauber eingeschenkt, es ist auch sauber eingebraut.
Es ist ein mild gehopftes Pilsner Bier entstanden, meisterhaft. Ich
bin begeistert. Der Hopfen kommt fein zur Geltung und bleibt bis zum
Ende das bestimmende Element. Das Wasser ist ein ganz mildes, passt
sich bestens hier ein. Gut gemacht, ein Lob nach Aalen. Was ist nun
mit dem "Spion" Wo habt Ihr das Rezept her...?Ist der name
Tarnung?
Fazit: nicht alles restlos ausspioniert
Reinheitsgebot: Ja
Bewertung: + + + + + +
(D 01/07)
Dank Karl nachfolgend die Auflösung:
Der Spion von Aalen
Wer in der ehemaligen Reichsstadt Aalen zum Rathausturm hochschaut,
der sieht dort den Kopf eines bärtigen Mannes mit einer Pfeife
im Mund mit verschmitztem Blick herunterlächeln und sich hin-
und herdrehen. Das ist der Aalener Spion, dem die Bürger ein
Denkmal gesetzt haben. Denn ihm verdanken sie es, dass die Stadt vom
Heer des Kaisers einst verschont wurde. Das hat sich folgendermaßen
zugetragen:
Die Reichsstädter lagen in Streit mit dem Kaiser, und sein Heer
lag schon vor der Stadt, um sie einzunehmen. Die Aalener bekamen Angst
und schickten deshalb den Pfiffigsten unter ihnen ins feindliche Lager,
um die Stärke der Truppen auszukundschaften.
Der Spion ging geradewegs hinüber zum Feind und wurde natürlich
sofort abgefangen und vor den Kaiser geführt. Als dieser ihn
fragte, was er denn hier zu suchen habe, antwortete er: "Erschrecket
net, ihr hohe Herra, i will bloß gucka, wie viel Kanone ond
anders Kriegszeug ihr hent. I ben nämlich der Spion von Aale."
Der Kaiser lachte über so viel Unverfrorenheit und gespielte
Einfalt. Er ließ den Aalener durchs ganze Lager führen
und schickte ihn dann wieder nach Hause. Bald darauf zog er mit seinem
Heer ab, denn er meinte, eine Stadt, in der solche Schlaumeier wohnten,
habe Schonung verdient.