Günzburger Leichtes Weizen (2,9%) aus Günzburg, Bayern


Ein leichtes Weizen! Das ist das erste dieser Art welches ich mir genehmige, daher gehe ich auch ganz unvoreingenommen an diesen Test heran. An der Farbe lässt sich zumindest schon mal nicht erkennen dass wir es hier mit einem leichten Bruder zu tun haben. Dichte Hefe und satt stehender Schaum lasses eher auf ein vollwertiges Weizen schliessen. Nicht so allerdings beim Geschmack! Es schmeckt ganz deutlich "leicht", ohne den Begriff jetzt abzuwerten. Erfrischend ist es ohne Ende, ich könnte mir so ein Teil bestens als isotonisches Erfrischungsgetränk nach dem Sport vorstellen. Schön kalt isses eben auch, dazu kommt die perlende Frische der Kohlensäure, ohne unangenehm aufdringlich zu wirken! Und so sagenhaft "leicht", fast schwebend gelangt das "Leichte" Günzburgern an meinen Mund und schwebt genauso leichtfüßig den Schlund hinunter! Es ist in der Tat die reine und pure Erfrischung! So ein Weizen zum Frühstück macht Dich fitter als jeder Kaffee oder Espresso, es macht Dich genauso leicht wie es eben selbst ist, auf das man erfrischt und belebt durch den Tage schweben kann. Da Fülle und Stärke im Geschmack bleibt dabei natürlich etwas auf der Strecke. Für eingefleischte Weizentrinker ist das Leichte Günzburger dann dementsprechend eher nichts. Es ist kein vollwertiges Weizen, es ist massiv abgespeckt und kann mit einem kraftvollen Weizen nicht konkurrieren. Vor allen Dingen die Hefe tritt so fast gar nicht in Erscheinung. Es ist eben ein Leichtes, es will ja auch gar nicht mit den großen Weizen konkurrieren, so steht’s ja auch drauf : “Leichtes“!!! Es ist ein leichtes Weizen und das ist es ganz hervorragend. Es steht zu seiner Diät und zu seinem Abgespeckt-sein, kündigt dieses von Anfang an an und besticht somit in seinem Naturell als "Leichtes". Auch gegen Ende des Bieres ist es noch genau so leicht und sportlich wie von Beginn. Als Weizenbier kann es nicht überzeugen, aber dafür umso mehr als „Leichtes“!

Fazit: Sportweizen
Wertung: + + + + (pm 10/07)

Günzburger Leichtes Weizen (2,9 %) seit ? aus Günzburg in Bayern:

Sehr potenter Schaum. Kein Anzeichen, dass es sich hier um ein nicht vollwertiges Weizen handelt. Sehr gelungen. Der Geruch ist spritzig-orangenfruchtig, leicht säuerlich, ein wenig modrig, staubig und hefig. Erinnert fast ein bisschen an ein Kellerbier. Das helle naturtrübe Gelb erfreut das Auge.
Der Antrank scheint neben einer dezenten hefigen Säuerlichkeit auch etwas Waldbodenartiges in sich zu tragen und leider auch einen oxidierten Anflug. Nicht stark, doch spürbar. Im Vergleich zum eben getesteten Huber ist es nicht so weich, mild und homogen, wirkt etwas rauer und härter, nicht ganz so rein und klar. Auch die Vollmundigkeit ist nicht ganz so hoch. Dafür hat die Kohlensäure mehr Schmiss und verströmt mehr Cremigkeit. Das Aroma wirkt zudem Papierartig. Die Hefe ist kurz akzentuiert. Sicher kein Paradebier. Dennoch eines der Leichten, das nicht enttäuscht. Gut zu trinken. Das Aroma nicht zu aufdringlich oder kaschierend. Die Süffigkeit ist hoch. An den großen Bruder reicht es nicht ran.

Fazit: Reicht nicht ran.
Wertung: + + + [t 08/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenauszug, Hopfen, Hefe
PS: Vielen Dank an die Verantwortlichen der Günzburger Brauerei für die generöse Zusendung des bombenfest geschnürten und reichhaltigen Bierpäckchens.

Günzburger Leichtes Weizen Schankbier (2,9 %) seit ? aus Günzburg in Bayern:


Etwas unschöne grobe Hefeteile schweben beim Einschenken in Richtung Glasboden. Sieht nicht übermäßig appetitlich aus. Unten angekommen lösen sie sich aber bald auf. Die Schaumbildung ist zwar wuchtig, lässt aber bald nach. Die Farbe ist kräftig-kupfern.
Interessanter Hauch im Antrank. Leicht rauchig. Zwar ist das Aroma sicher nicht üppig, vor allem zum Abgang hin wird es recht dünn. Aber dieser leicht röstrauchige Hauch am Anfangt macht sich dafür sehr ordentlich. Das Wasser ist sehr ansprechend, die Kohlensäure fein aufgebaut. Die Süffigkeit ist mehr als gut ausgeprägt. Das Aroma gutmütig. Zu Beginn ein feinwürziger, recht interessantes Openig. Danach viel Milde, Bekömmlichkeit und Harmonie, ohne den Geschmackshorizont neu zu definieren. Eben eines der guten, schlanken, mild-flutschigen Leichten. Man kann‘s gut trinken. Aber einen ordentlichen Weizen, z.B. dem aus gleichem Stall, würde man es sicher nicht vorziehen.
„Die Weizenspezialität für den großen Durst. 40 % weniger Alkohol als unser Hefe-Weizen, aber mit dem vollen Weizenbier-Geschmack.“

Fazit: Kein Vorzug
Wertung: + + + (07/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: JA
Zutaten: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hopfenauszug, Hopfen, Hefe