Gundel Export (5,2 %) seit 1602 aus Barthelmesaurach in Bayern:
Herzhaft goldene Farbe. Der Schaum krümmt sich konvex darüber,
hält seinen Stand nicht lange genug, um Rufe des Staunens beim
Trinker auszulösen. Der Duft ist nicht sonderlich ausgeprägt,
dezent malzig.
Herbwürzigmalziger Antrank. Der Geschmack bewegt sich eher im trockenwürzig-kernig-malzigen
Schema. Wer auf eine süßes, honigartiges, karamelgeprägtes
Bier hofft, kommt hier nicht auf seine Kosten. Das Gundel das unaufgeregt,
sprich ruhig und gemütlich seine Bahnen zieht. Das Wasser fein,
die Kohlensäure aktiv. Die Zutaten auf hohem Niveau. Die Zusammenführung
gelassen und traditionsbewusst praktiziert. 4000 Jahre – Privatbrauerei
hinterlassen ihre Spuren. Hier wird nicht den neuesten Trends nachgehechelt.
Was das Fernsehen der jungen Generation als HIP unterjubeln versucht,
ist in Barthelmesaurach weit entfernt. Hier wird noch Bier gebraut,
wie es die Ahnen taten. Bodenständig. Solide. Familiär. Kein
Spektakel. Kein Feuerwerk. Bürgerliche Braukunst für den lokalen
Genuss. Man kann zwar nicht behaupten, dass dieses Export Berge versetzt.
Aber es auf seine Art ein sehr sympathisches, erfrischendes, erfreulich
„normales“ Bier. Es wirkt rein und klar im Geschmack. Störende
Einflüsse sind nicht vorhanden. Das Malz holt weit aus, ohne dabei
neue Weg zu begehen. Eher herbwürzig ausgelegt, jedoch auch mit
zuckrigen Elementen. Es schmeckt gut. Einfach nur gut. Ist süffig
und behaglich. Was will man eigentlich mehr?! Und man schmeckt, dass
dieses Export aus keiner Braustätte stammt, die auf Anteilseigner
oder Aktienkurse zu achten hat. Hier wird die Heimat beliefert. Das
ist mit dem ersten Schluck klar.
Fazit: Ein Export für die Heimat
Wertung: + + + + - (t
05/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: JA
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen
PS: Vielen Dank an Frank G., der uns dieses Bier organisiert
hat.