Gunzendorfer Lagerbier (4,9 %) Privatbrauerei Andreas Sauer seit 1612
aus Gunzendorf in Bayern:
Sehr malziger, leicht modriger Duft. Warm und gemütlich. Der Schaum
ist recht dünn auf der Brust. Da könnte man mehr erwarten.
Die Farbe ist sehr hellbraun.
Sehr malziger Antrank. Bis zum Mittelteil schwungvoll und voll. Dann
geht ein Bruch durch dem Geschmack. Der Abgang läuft ziemlich dünn
aus, wirkt unterkühlt und etwas kantig. Komisch. Der Antrank verheißungsvoll.
Das Finish seltsam dünn. Beginn malzig. Abgang recht bitter. Keine
Glanzleistung der bayerischen Braukunst. Da gibt es einige kapitalere
Erzeugnisse. Dazu wirkt das Wasser nicht besonders weich (obwohl die
Kohlensäure recht defensiv eingestellt ist), die Zutaten beißen
sich mehr, als dass sie Harmonie verströmen. Das Ganze wirkt irgendwie
nicht richtig ausgereift. Man vermisst den Roten Faden, die eindeutige
Richtung, den bestimmten Ausdruck. Das Aroma haut nicht vom Hocker.
Die Süffikeit hält sich in Grenzen. Dem Geschmack fehlt das
unvergleichliche, individuelle Gepräge. Eine gewisse Säuerlichkeit
und Härte kann man nicht wegdiskutieren. Irgendwie lieblos, obwohl
dieses Bier aus einer kleinen Familiebrauerei stammt. Es fehlt der recht
Druck, der Schwung, die Wärme im Aroma. Weder kommt eine wohlige
Gemütlichkeit auf, noch sehnt man sich nach dem nächsten Schluck.
Vielleicht hat dieses Bier ja seine Liebhaber im Kreise derer, die es
etwas härter und säuerlicher mögen. Mir ist das irgendwie
zu kantig.
Fazit: Abgelagertes Bier mit weniger Kohlensäure
Wertung: + + + (t 02/05)
Inhaltsstoffe: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: Ja
PS: Vielen Dank an Frank G. für die Beschaffung
dieser oberfränkischen Rarität!