Haake Beck Maibock (7,2 %) seit 1826 aus Bremen:

Überraschend präsenter und wohl proportionierter Schaum. Für einen Bock beachtlich. Der Geruch klar malzig aber etwas eindimensional. Hakelig. Kräftige Farbe, die aber für einen Bock eher hell ausgeprägt ist. Der Schaum hat keinen guten Stand.
Herzhafter, malziger, nicht über Gebühren auftrumpfender oder beeindruckender Antrank. Da gibt es durchaus breitschultrigere Böcke. Dennoch nicht von schlechten Eltern. Sehr sanft. Sehr mild. Die Vollmundigkeit fast ein bisschen ausgehebelt. Dafür sehr klar und rein, transparent, fast gutmütig. Angenehm auch, dass dem Hopfen viel Raum gewährt wird und dieser in seiner milden und doch herzhaften Art dem Malz Kontra bietet. Das Wasser sehr weich. Die Kohlensäure unauffällig. Der Abgang sicher nicht kräftig, nicht durchzugsstark genug; hier enttäuscht der Bremer Bock etwas. Ansonsten aber ein sehr kultivierter und ausgewogener und vor allem zurückhaltender, fast vornehmer Bock. Hier wird nicht dumpf auf den Tisch gehauen sondern mit Weitsicht und Behutsamkeit operiert. Ein bisschen schlappschwänzig vielleicht. Dafür aber auch für alle gut konsumierbar. Was diesem Bier fehlt ist neben den Eiern in der Hose die Zugkraft, der Schwung, der Mut, etwas Hartes, etwas Starkes auf die Bretter zu führen. Dieser Maibock wirkt brav, ausgewogen-kultiviert, zu anständig und entwaffnet. Ein wenig mehr Revolution hätte ihm gut getan. Alles fast keimfrei und reibungslos. Das geht beim Bock nicht. Da müssen mehr Fetzen fliegen, da muss mehr Emotion aufkochen. Nachteilig auch, dass die Sache auch phasenweise etwas kantig und ungelenk wirkt, was nach Bremen eigentlich gar nicht passt, wo doch diese wunderschöne, verschnörkelte und mittelalterliche Stadt im Zentrum verblüfft und die Profis elegant und filigran die Kugel laufen lassen. Da steht dieses Bier etwas im Abseits. Obschon es keinesfalls schlecht, allenfalls etwas einfallslos und zu gediegen ist. Wer leicht laufende, unkomplizierte und glatte Böcke mag, der greife zu. Wessen Anspruch aber breit gefächerter ist, wer etwas beim Bockbiertrinken erleben möchte, der wird hier keine Euphorie erfahren.

Fazit: Zu wenig Emotion
Wertung: + + + +* [t 05/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter: www.haake-beck.de