Härtsfelder Land-Weizen (5,2 %) Familienbrauerei Hald seit 1664 aus Dunstelkingen in Baden-Württemberg:

Fruchtig-hefiger Geruch. Viel Banane. Kapitaler Schaum. High-End. Die Farbe sattbronzen. Das Etikett deutet auf Liebe zum Bier hin. Das ist immer gut.
Ein Weizen, das eher auf leisten Pfoten daherkommt. Sehr mild. Sehr ausgewogen. Viel Malz und süßer Honig. Das Wasser macht keine schlechte Figur, die Kohlensäure ist etwas harsch. Wirklich schade, denn diese zwei wichtigen Komponenten passen in der Qualität nicht ganz zum Aroma. Dieses hat eine wirklich samtige, volle, dezent-würzige und sehr angenehme Konsistenz. Flüssig. Ölig. Gutmütig. Keine Ecken und Kanten. Dafür viel Harmonie und Sanftheit. Die Zutaten sind wirklich fabelhaft einheitlich. Das Malz und die Hefe sind die Leader und führen den Rest mit leisen Tönen als Ziel. Leider verhagelt die Kohlensäure dieses doch immens heimelige Bild etwas. Wäre die Basis dieses Bieres etwas samtiger; das Härtsfelder Land-Weizen würde sich ganz weit vorne finden. Aber auch so macht es eine sehr rein, natürliche und familiäre Figur. Man schmeckt, dass es schmeckt, und dass sich im Hintergrund Leute bewegen, die mit viel Herzblut an der Sache hängen. Der Abgang könnte wohl noch etwas mehr Zug gebrauchen. Ansonsten kommt man hier sicher auf seine Kosten. Jeder Schluck macht Spaß. Das Aroma umschmeichelt den Gaumen. Das Weizen gebärt sich wie ein ebensolches. Gute Performance. Tolle Süffigkeit. Hoher Spaßfaktor. Hier steht der Genuss im Vordergrund, nicht der Effekt. Es wird nicht mit aller Macht nach vordergründigen Sensationen gesucht sondern ehrlicher, solider, standhafter Trinkgenuss geboten. Nur die Kohlensäure rudert etwas zurück. Aber das sollte man in diesem Falle sicher nicht zu negativ bewerten. Ich bin mir sicher, dass dieses Weizen vom Fass, fachmännisch eingeschenkt, eine Riesenfreude ist. Drum auch die 5.

Fazit: Erlebnis Natur
Wertung: + + + + + (09/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Weizenmalz, Gerstenmalz, Hefe, Hopfen, Hopfenextrakt