Hausbrauerei Grünstadt Hell (5,0 – 5,3 %) seit 1999 aus Grünstad in Rheinland-Pfalz:
Überraschend klare hellmaisgelbe Farbe. Der Schaum steht beachtlich und ist von feiner Konsistenz. Der Geruch ist sehr intensiv und frisch, malzig und leicht schwefelartig.
Klarer, frischer, erfrischend-malziger Antrank. Die Zutaten harmonieren prima mit dem Wasser und der feinen Kohlensäure. Das hat zur Folge, das ein sehr süffiges, störungsfreies und bekömmliches Gebräu vorliegt. Enorm süffig, prächtig rezent, nicht zu wild und keinesfalls zu lau. Das Aroma ist sicher nicht das üppig unter der Sonne, da gibt es sicher korpulentere Vertreter, da hat dieses Helle vielleicht seine Schwäche. Aber das kann man gerne verzeihen, denn den fehlenden Geschmack, wenn man davon überhaupt sprechen kann und darf, macht es durch seinen vorzüglichen und makellosen Lauf wett. Kein Stottern oder Wanken, hier wird der Trinker stramm und zielbewusst bedient. Ein recht forsches Malz, etwas ungestüm, leicht säuerlich, mit leicht harzigen Anspielungen, bildet das Fundament. Aber auch der Hopfen mischt tüchtig mit, wirkt frisch, wiesengrün, und entfaltet sich vor allem im Abgang. Ja. Man kann fast sagen, dieses Grünstädter Helle reicht fast an manch mildes Pils anderer Braustätten heran. Da hat der Braumeister wohl eine ordentliche Schippe Hopfen beigemengt.
Doch. Das lässt sich gut an. Man wird vor allem sofort warm mit diesem Bier, ist gleich auf einer Ebene. Denn es versucht gar nicht erst groß Eindruck zu schinden oder sich mit spektakulären Aromakompositionen in den Vordergrund zu spielen. Vielmehr ist es sich seinen Stärken und Schwächen genau bewusst, und es gelingt ihm, daraus das beste Kapital zu schlagen. Mit dem Effekt, dass es sich bei dem Grünstädter um ein sehr herb-malziges, süffiges, gemütliches und süffiges Bier handelt. Stressfrei, weil klar und konservativ im Charakter. Bürgerlich-gemütlich, da geschmacklich nicht zu fordernd. Damit kann man sich wirklich arrangieren. Forsch und jugendlich genug, um als energiegeladen und spannend durchzugehen, andererseits aber auch zurückgelehnt und entspannt. Gute Kombination. Und das alles auch noch handgemacht, für einen kleinen Kreis eingebraut. Da weiß man, dass das Bier nicht von Kommerzgedanken geprägt sondern mit Herz und Liebe eingebraut wurde. Frisch gezapft und abgefüllt in die selbst mitgebrachte 1-Liter-Flasche. Was will man mehr? Außer noch beim Test bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen auf der Terrasse zu sitzen.
Fazit: Terrassenbier
Wertung: + + + + + (t 04/04)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: Ja
Inhaltsstoffe: Keine Angabe
Im Internet unter: www.hausbrauerei-gruenstadt.de
PS: Vielen Dank an die nette Crew vom Brauhaus Grünstadt, die mir sehr hilfsbereit und zuvorkommend in Sachen Bierabfüllen geholfen haben.