Hochdorfer Pilsner (4,8 %) Hochdorfer Kronenbrauerei seit 1827 aus Hochdorf in Baden-Württemberg:

Eindeutiger Hopfengeruch. Etwas trocken bis hart, jung wirkend. Der Schaum ist in absoluter Hochform. Goldglänzende, reine, mittelgelbe Farbe.
Drastische Hopfennote. Da wird nicht gekleckert, da wird geklotzt. Sehr stamm, sehr ausdrucksstark und vorwärtsdrängend und man ist fast geneigt dieses Pilsner mit nordischen Typen zu vergleichen, wäre da nicht dieser leichte Karamelton wäre, der im Hintergrund der ganzen Sache ein wenig mehr Südländisches verleiht. Das ist zwar wirklich nur am Rande zu erkennen und somit auch kein wirklicher Kontrast, trotzdem erkennt man bei etwas Konzentration dies leicht Bonbonartige. Nichtsdestotrotz hat der Hopfen hier eindeutig die Hosen an und trägt mit seiner Fülle das Aroma. Sehr frisch, natürlich und kräftig, steht mit beiden Beinen im Leben. Sehr männlich und auch edel in der Ausstrahlung. Verrückt. Wirklich unheimlich intensiv und frisch. Da hat man absolut das Gefühl, dass hier Leute am Werk waren, denen ihr Bier am Herzen liegt. Vor allem der Hopfen besitzt eine Bandbreite und Intensität, einen Ausdruck, der ist dermaßen fest und eigen; klasse. Allerdings wage ich zu behaupten, dass der Ottonormalpilstrinker hier eventuell die Sache als zu „aufdringlich“, besser gesagt: intensiv empfinden könnte. Das ist kein Bier, das man mal einfach so als Feierabendbier bei der Sportschau runterspült. Das ist ein Bier, das bewusst genossen werden will.
„Unsere Biere werden nacht guter alter Tradition ausschließlich nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Ausgesuchter Hopfen, edles Malz, frisches Schwarzwaldwasser und das behutsame Hochdorfer Brauverfahren machen unsere Biere zu gefragten Spezialitäten der Region. Heute wie auch schon vor 350 Jahren garantieren Hochdorfer Biere einen frischen und bekömmlichen Biergenuss.“
Bekömmlich würde ich hier nicht voll gelten lassen. Unter bekömmlich stellt man sich etwas weicheres vor. Das Aroma hat doch eine sehr hohe Dominanz und Anforderung. Brutal hopfig. Allerdings nicht zu bitter, da die weiter oben schon beschriebene leichte Malzigkeit sanft gegensteuert. Insgesamt eine grandiose Ausstrahlung, enorme Bandbreite und Präsenz. Aber Achtung! Liebhaber runder, sanfter, malziger bzw. runder Pilsbiere – macht euch auf den Hopfenhammer gefasst. Das strengt an. Am Rande sei noch erwähnt, dass die Vollmundigkeit vorzüglich ist, das Aroma sich vom Antrank bis in den Abgang auf gleichbleibend hohem Niveau bewegt, das Wasser sehr weich ist und die Kohlensäure als absolut geglückt angesehen werden kann. Ein Bier mit starkem Charakter.

Fazit: Hopfenhammer
Wertung: + + + + + [02/06]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen
Im Internet unter: www.hochdorfer.de
PS: Herzlichen Dank an den netten Herren, der das gesamte Sortiment in den heiligen Hallen zusammengesucht und kostenfrei zur Verfügung gestellt hat. Und das in der Mittagspause!