Hövels Original Feinherbes Rotgold (5,5 %) seit 1893 aus Dortmund
in Nordrhein-Westfalen:
Also eine schmucke Flasche ist das schon. Sei es die Form, seien es
die farblich geschmackvoll gehaltenen und edel wirkenden Aufkleber,
sei es der Bügelverschluss. Sehr edel. Dem steht der Schaum in
nichts nach. Sehr feingliedrig und elegant sucht er sich gleichmäßig
den Weg nach oben. Cremig. Gewandtes Beige. Hehrer Stand. Feinste Poren.
Absolut tolles Bild. Ebenso die Farbe. Rotgold trifft es meines Erachtens
zwar nicht ganz. Aber helles, Braun edler Hölzer. Der röstmalzige
Geruch ist mit feinen Bitterstoffen angereichert und wirkt asketisch
und elegant zugleich.
Das Malz steht sicher im Vordergrund und besticht durch eine Spielfreude
und Filigranität, dass einem nicht nur die Geschmacksknospen aufgehen
sondern auch das Herz. Schattierungen verschiedener Edelmalze erzeugen
ein facettiertes, klar umrissenes und gut aufeinander abgestimmtes Geschmacksbild.
Erst recht, wenn man die feinbittere Hopfenkomponente noch mit ins Fazit
bringt. Ein sehr schlankes, trockenes, leicht erdiges und mit klaren,
kurzen aber ausdrucksstarken Bitterstoffen verfeinertes Bier mit elegantem
Auftreten. Es gibt beeindruckende Schwenke zwischen röstmalzig-erding-trocken
und engagiert-feinbitter. In geschmeidigen und gleichmäßigen
Wellen werden die Aromen aktiv. Mal malzig-trocken und gerstig-frisch.
Malz betont hopfig, leicht an englischen Hopfen erinnernd. Ein sehr
klares Bild. Der Geschmack liegt eindeutig und greifbar vor einem und
ist auf Liebhaber malz-trockener und aktivbitterer Biere abgestimmt.
Das Wasser ist sicher nicht ultraweich. Aber durch die Klarheit des
Aromas und die Seidigkeit der Kohlensäure entsteht ein hoher Süffigkeitsfaktor.
Richtig vollmundig ist dieses Gebräu nicht. Es wirkt eher schlank,
asketisch, edel und in seiner Herbe fast aristokratisch. Angenehm auch
die gleichmäßige Ausbreitung der Aromen, die fast übergangslos
und harmonisch ineinander greifen. Sicher nicht überaus weich an
sich. Dafür aber in seiner scharfen Umrissenheit beeindruckend
gut strukturiert. Kein Bier für die Trinkhalle. Das ist eher etwas
für den festlichen Rahmen.
„Hövels Original verführt die Sinne. Eine einzigartige
Komposition aus vier verschiedenen Edelmalzen und das über lieferte
Maisverfahren von 1893 lassen ein Bier entstehen, das einesgleichen
sucht – rotgolden und charakterstisch im Geschmack. Genießen
Sie diese Spezialität am besten bei 7° bis 9°."
Fazit: Aristokratisches Bier
Wertung: + + + + + [t
10/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Weizenmalz, Hopfenextrakt