Joh. Albrecht Kupfer (? %) seit ? aus Soltau in Niedersachsen:
Dieses Brauhaus ist eines von mehreren in Deutschland. Eine ganze
Kette. Allerdings werden die Biere live in den Standorten gebraut.
In Soltau empfängt den Gast ein klassizistisches Gebäude
mit hohen Decken und Jugendstilelementen. Man fühlt sich wie
in einem Museum oder einer edlen Bahnhofshalle. Auf jeden Fall kriegt
man genial fette quadratische 2-Liter-Flaschen abgefüllt
Massiver Schaum. Sehr dicht und feinporig. Volumen OK. Stand grandios.
Die Farbe ist überraschend ungetrübt und rein und erinnert
an Mahagoni. Der Geruch ist ausdrucksstark und sehr intensiv. Es kommen
zurückhaltend süße Elemente, die an Karamell erinnern,
ebenso vor wie röstmalzige und nussige sowie feinherbe Noten.
Kräftig. Anregend. Rein. Gut und klar strukturiert.
Nussiger Antrank. Schwach ölig. Röstmalz in Reinkultur.
Trocken. Heidelbeeren, nicht zu saftig. Spuren von Dunkelmalz. Nuancen
von Bitterschokolade und Mokka. Eindeutig. Transparent und klar bei
einer rigorosen und aufwühlenden Intensität. Riesige Vollmundigkeit.
Mystische Tiefe. Die Zutaten treten mit einem Selbstbewusstsein und
einer Selbstverständlichkeit auf, das ist schon beeindruckend.
Dazu ist dieses Dunkle nicht nur mit enorm weichem Wasser gesegnet
sondern vor allem mit einer herrlich samtigen Kohlensäure. Da
kommt eine Süffigkeit auf, die hat sich gewaschen. Das ist einer
der seltenen Fälle, wo trotz mastiger Vollmundigkeit eine elegante
Süffigkeit in gleichem Maße erreicht wird. Klasse. Ich
dachte noch: Soltau. Lüneburger Heide. Voll aufm Land. Machste
mal Rast. Aber hallo. Der Umweg hat sich gelohnt. Ein wirklich fabelhaft
gut ausgebildetes Bier. Gerade. Kräftig. Gesund. Jeder Schluck
füllt den Mundraum mit nachhaltigen und facettenreichen Aromen
aus. Man spürt nicht nur die Kraft der Zutaten sondern auch die
Natürlichkeit und Frische. Tolle Sache. Und vor allem auch rezent
genug, um sich nicht an oft erlebten Dunklen zu orientieren, die in
ihrer Gemütlichkeit kaum Leben entfalten. Genau die richtige
Mischung. Dezent und feinspritzig. Sehr anregend und erfrischend.
Antrank, Mittelteil und Abgang bilden eine homogene und harmonische
Einheit. Jeder Teil ist erkennbar und doch wirkt alles sehr kompakt.
Keine Brüche, keine Schwankungen. Hervorragende Arbeit.
Fazit: Dunkles aus der Lüneburger Heide
Wertung: + + + + + -
[t 01/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe
Im Internet unter: www.brauhaus-joh-albrecht.de