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| Köbányai Sör, Villagos sör (Lagerbier),
Dreher Brauerei Budapest, seit 1854, Budapest, Ungarn 4,5%v/v, 0,5l Aluminium Dose Das Köbányai ist ein schaumgewaltiges Bier. Beim Einschenken sind erst einmal 3/4 des Glases nur Schaum. Man braucht fast die sprichwörtlichen 7 Minuten, bis das Bier wohlproportioniert eingeschenkt ist. Bei diesem Vorgang beobachte ich, wie ein mild-würziger Hopfenduft meine Spannung steigen läßt. Draußen sind 37°C und das Bier läßt auf sich warten. Durst ist eben überall schlimmer als Heimweh... Jetzt aber, trinken. Kaum berühren die Lippen den Glasrand bemerken sie das Malz, eine leichte ins süßliche tendierende Sorte und dann kommt der Hammer - ein recht derber Hopfen. Und dazu ist es fast unwirklich weich. In der Mitte kommt noch verspielt eine leichte Kohlensäure mit dazu. Alle Zutaten sind da, in dieser Komposition sind sie aber eher selten. Weich und doch herb. Dieses Bier kann das. Der Abgang ist schon fast ein Pilstyp, gutes fruchtiges Malz und milder Hopfen. Fazit: weich und herb zugleich Bewertung: + + + + - [d 07/07] |
| Köbanyai (4,5%) aus Budapest in Ungarn: Heureka!
Land Nr. 77! Ein herb riechendes Bier. Scheinbar ein Pils. Der Text ist
komplett in ungarisch gehalten, dessen ich nicht mächtig bin. Die Farbe
ist sehr hell. Der Schaum hält sich passabel. Der Geschmack hat pilscharakter.
Jedoch mischt sich auch etwas malzig-karamelartiges mit hinzu. Als klassisches
Pils kann man es so nicht deklarieren. Die Kohlensäure ist leider viel
zu aktiv. Man muß sich bemühen, um an das Aroma heran zu kommen,
wird durch das Gesprudel abgelenkt. Dafür scheint das Wasser weich
zu sein. Wenn man sich also richtig konzentriert, entdeckt man ein gut durchgehopftes
Bier, bei dem das Malz durchaus Gewicht hat und sich in Richtung Karamel
verabschiedet. Darauf beschränkt sich das Aroma dann auch schon. Ausgenommen
der Nachgeschmack. Dort findet sich etwas leicht Scharfes und Unrundes.
Ist der Beginn noch recht ordentlich, verliert es zum Schluß hin an
Format. Man hat zwar den Eindruck, ein qualitativ gutes Bier, bei dem auf
schräge Zutaten verzichtet wurde, vor sich zu haben. Aber die Umsetzung
ist nicht vollendet. Vor allem der Nachgeschmack. Dort findet man auch noch
etwas käsiges und plastikähnlich. Bisserl komisch. Aber das ist
auch gar nicht so wichtig. Viel wichtiger ist es, dass wir wieder ein Land
aufgetan haben, aus dem ein Gerstensaft kommt, der allemal trinkbar und
verträglich ist. An dieser Stelle gilt unser aufrichtiger Dank Walter
J. aus Wien, der uns diese ungarische Rarität zugetragen hat. Seine
Tochter lernt nämlich Querflöte. Und da die Querflötenlehrerin
Andrea F. eine ungarische Studentin ist, die sich so ein Zubrot verdient
und durchaus Verständnis für unsere Mission hat, mit Vaterlandsliebe
und Patriotismus, hat diese sich auf Suche gemacht und zwei Biere am Checkpoint
Prater übergeben. Dafür bekommt sie natürlich einen Ehrenplatz
in unserer Helferliste. Das nenne ich grenzübergreifende Völkerverständigung
in Vollendung. Denn unter anderem wissen wir jetzt, dass in dem schönen
ungarischen Ländle nicht nur gute Salami und edler Wein heranreifen
sondern auch passables Bier gebraut wird. Zum Glück gibt es noch Querflötenlehrerinnen
mit Sinn für Humor. Großer Dank nach Wien. Fazit: Österreich-Ungarn Wertung: + + + (t 02/03) PS: Da fällt mir folgender Witz ein: Ein Österreicher in den Achtzigern trifft in Wien einen jungen Bekannten. Auf die Frage, warum er so in Eile sei, antwortet dieser: „Gleich kommt Fußball!“ „Wer spielt?“ erwidert der Alte. „Österreich-Ungarn!“ kommt die Antwort. „Und gegen wen?“ Fragt der Alte. Tja. Die gute alte k.u.k.-Zeit lebe hoch. Und der Schwejk dazu. PPS: Also je länger das Bier steht, um so mehr geht der Geist flöten. Ich beeile mich jetzt mit dem Testen, damit ich nicht noch weniger als eine drei vergeben muß. Ist jetzt bereits von 3,5 auf 3 abgesackt. Dieser Abgang... |