Kirner Weizen Hell (5,5 %) Privatbrauerei Ph. & C. Andres seit
1798 aus Kirn in Rheinland-Pfalz:
Die Farbe geht schon eher in die dunkle Richtung, hat mit seiner honig-bernsteinartigen
Schattierung einen raffinierten Ton erwischt. Stößt die
Hefe samt und sonders hinzu, wölkt eine feine Trübung auf
und durchwirkt die Farbe nach und nach gleichmäßig. Der
Schaum hat nicht nur Format, er repräsentiert die obergärigen
Hefetypen mehr als formidable. Der Geruch ist in erster Linie säuerlich-hefig.
Danach kommt noch ein gerstiger Ton hinzu. Nicht gerade mild, eher
gehaltvoll-ungestüm.
Vollmundiger Antrank mit viel Malz und Gerste im Programm. Tiefgründig
und kräftig, mit viel Schwung und Tatendrang. Die Hefe unterstützt
die Sache mit großem Einsatz. Eine leicht fruchtige, an Bananen
erinnernde Nuance markiert einen weiteren Geschmackspfeiler. Das Wasser
macht einen guten Eindruck, die Kohlensäure ist weizentypisch
sehr aktiv aber von feiner Struktur, die Süffigkeit ist sehr
hoch. Für ein Weizen hat dieses Bier einen sehr schlanken Charakter,
völlt nicht, überfordert nicht, steht nicht im Weg. Nach
hinten raus, zwischen Mittelteil und Abgang kommt ein leichter Hänger,
der wird im Finish zwar wieder gut zurechtgerückt, dennoch liegt
hier ein wenig der Schwachpunkt dieses Bieres. Ansonsten aber ein
gut ausbalanciertes und ausgewogenes Weizen mit wenigen Überraschungen.
Dafür wirkt es bodenständig und solide, hat kaum Schwächen
und verfügt über einen hohen Süffigkeitsfaktor. Die
Vollmundigkeit ist sicher nicht perfekt. Trotzdem braucht sich dieses
Bier aus einem eher traditionell nicht geprägten Hefeweizengebiet
hinter vielen anderen Süddeutschen nicht zu verstecken. Leicht
und süffig. Der Antrunk gehaltvoll, der Geschmack ausgewogen
und malzbetont mit viel Hefe anbei. Ein bananenfruchtiger Beiton rundet
die Sache ab. Gute 4.
Fazit: Vitaminhaltige Resthefe bitte einschenken
Wertung: + + + +* [t
02/07]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Wasser, Weizen- und Gerstenmalz, Hefe,
Hopfen
Im Internet: www.kirner.de
PS: Vielen Dank an Markus J. aus Föhren für
die Zusendung dieses Weizenbieres.