Kloster Machern Hell (5,2 %) seit 2004 aus Bernkastel-Kues in
Rheinland-Pfalz:
Was ist denn das für ein Schaum?! Das ist Nahe ganz Nahe an der
perfekten Haltung. Ungemein feinporig. Ein Stand, der kaum noch zu toppen
ist. Der will gar nicht mehr weichen. Dicht strukturiert. Cremig-weich
im Aussehen. Kompliment. Die Farbe ist für ein Helles enorm dunkel.
Rostrot-bernstein und naturtrüb eingedickt. Der Geruch ist leicht
sporig bzw. brackig. Dazu natürlich Malz, das sich jedoch eher
zurückhält. Im Vordergrund steht eigentlich die Hefe, die
trocken, ein wenig porös wirkt.
Der Antrank hat deutlich mehr Malz zu bieten. Vor allem im ersten Teil
dominiert es den Geschmack. Ab der Mitte drängt sich dann wieder
die Hefe in den Vordergrund. Im Abgang findet sich wieder dieser etwas
käsige Ton, der leicht säuerlich ausläuft. Es hängt
dann lange ein bittere, herber Ton an. Das Aroma wirkt ein bisschen
spröde, das liegt vielleicht auch etwas am Wasser, dass sicher
nicht das weicheste unterm Bierhimmel ist. Vor allem dieser nach meinem
Geschmack zu dominante Hefeeinschlag sowie das säuerlich-bittere
am Ende zeugen nicht von allerhöchster Harmonie. Der Antrank ist
da noch der stärkste Mannschaftsteil. Vollmundig und malzig, mit
feinen Honigaromen dekoriert, gefällt gut. Hier baut sich eine
ordentliche Süffigkeit auf, die Freude macht. Leider baut das Aroma
aber bald ab und verliert seine süße Süffigkeit. Es
wird rauer und kantiger. Die Kohlensäure ist zwar sehr feinperlig,
allerdings ziemlich aktiv und sprudelig. (Achtung beim Einschenken!
Der Schaum quillt garantiert über.) Aufgrund des grazilen Aufbaus
jedoch letztendlich nicht störend. Man hat sicher das Gefühl,
eine Bier aus einer Hausbrauerei zu trinken. Die Zutaten wirken frisch.
Aber ein richtiger Kracher will das hier nicht werden. Das Aroma irgendwie
weder bekömmlich noch mild und auch nicht ausdrucksstark und kräftig
genug. Und der schwer zu beschreibende, staubig-modrige Hauch, was an
ein Kellerbier erinnern könnte aber dann doch nicht die Klasse
hat, ist zusätzlich ein Minuspunkt. Der Anfang ist durchaus beachtenswert.
Da schmeckt dieses Helle richtig gut. Der zweite Teil hält das
Niveau aber nicht und der Abgang ist schon ein bisschen enttäuschend
– für ein Hausbrauereibier. Trotzdem war es eine Freude,
dieses 1-Litger-Syphon zu leeren.
Fazit: Machern macht munter
Wertung: + + + - (t 05/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe
PS: Vielen Dank an Markus J. für die Organisation
dieses Bieres.
PPS: Erst im Nachhinein haben wir erfahren, dass diese
Brauerei erst seit 2004 existiert. Von beertest.de an dieser Stelle
alles gute für die Zukunft. Möge der Sud euch immer gelingen,
sodass die Moselaner auch viel Bier trinken; statt des Weines.
So schreibt die Brauerei über ihr Helles:
Mit einem Stammwürzegehalt von 12,2% und einem Alkoholgehalt von
5,2% ist unser Kloster Machern Hell eine mit untergäriger Hefe
vergoren typisch Bayrische Bierspezialität. Der feinwürzige,
milde Geschmack rührt vor allem daher, dass das Helle schwächer
gehopft und dadurch weniger bitter ist als ein Pils. So entsteht die
leicht vollmundige Süffigkeit, aber auch die besondere Bekömmlichkeit
unseres Hellen.
Im Internet unter:
www.brauhaus-kloster-machern.de