Neuzeller Kloster-Bräu Bock (6,2 %) seit 1589 aus Neuzelle in Brandenburg:
Wuchtiger Geruch. Scharf-würziges Malz. Der Schaum steht wie Eischnee. Die Farbe geht in Richtung dunkelgelb. - - - Herrjemine. Was ist das denn? - - - Was für ein Aroma! Das ist ungewöhnlich. Herb-malzig und fruchtig-würzig. Dazu wieder diese Spur Kork und Sekt. Enorm trocken-herb und erdig für ein Bockbier. Man hat überhaupt nicht den Eindruck, einen Bock zu trinken. Vielmehr fühlt man sich an ein würziges Belgisches erinnert. Hut ab. Das schmeckt wirklich gut. Und dazu noch absolut eigen und unangepasst. Es ist vollmundig, weich, rund und ausgewogen. Und dazu dieses herrliche, abwechslungsreiche Aroma. Kork, Tanne, Sekt, Malz, Hopfen, Karamell. Und das alles perfekt abgemischt. Und die Neuzeller Kloster-Brauer schaffen all das mit drei Zutaten: Wasser, Malz, Hopfen. Würde mich echt interessieren, woher die ihre Rohstoffe beziehen. Denn so etwas findet man nicht oft. So herrlich schräg und ungewöhnlich. Dazu aber sehr harmonisch und dressiert. Fruchtig-herb und erdig-malzig. Ferner verdammt würzig und vollmundig. Und süffig ohne Ende. Verblüffend, dass bei diesem Bock keinerlei klebrigen Elemente zu finden sind. Dieses Bier ist vielmehr sehr schmal und besitzt einen eleganten Geschmackskörper. Nicht so plump und schwer wie mancher Kollege. Ich bin begeistert. Das muss man wirklich getrunken haben. Edel-würzig. Und ein Geschmacksbild, das vom Eingang bis zum Finish nicht abfällt, vielmehr mit seinem hohen Niveau spielt, variiert, zaubert. Da stecken so viel Abwechslung und Vielfalt drin, das ist höchstes Lob wert. Faszinierend... - - - Leer. Schockierend. Aber eines weiß ich. Das war nicht das letzte Bock-Bier der Neuzeller Kloster-Brauerei. Dieses Bier schafft es nicht nur eine 6 einzuheimsen, nein, dieses Bier findet seinen Weg in die Meilensteine.
Fazit: Klostermeilenstein & Traumbock
Wertung: + + + + + + (t 02/03)
Im Internet unter: www.neuzeller-bier.de