Kotayk Lager Beer (5,2 %) seit ? aus ? in Armenien:
Also wenn das keine Rarität ist. Ein Lager aus ARMENIEN. Mittlerweile
Land Nr. 96. Die Flasche samt Label sieht schon mal sehr gelungen und
einladend aus, wenn auch die Kyrillischen Schriftzeichen exotisch anmuten.
Der Schaum ist beachtlich gut aufgebaut. Relativ feinporg und cremig.
Auch der Stand kann sich sehen lassen. Das Goldgelb ist nicht ganz klar,
ein paar einzelne Schwebstoffe wuseln umher. Der Geruch ist nicht unbedingt
weich, eher rau, aber nicht unsympathisch. Keine große Reife oder
Milde. Dafür relativ rein und unbelastet, wenn auch leicht scharf.
Oha. Nun. Sicher kein 6er Bier. Das wird gleich am Anfang klar. Recht
dünne Sache. Das Aroma ist nicht eben voll oder stark. Ein Hauch
Malz streift den Gaumen. Den Hopfen kann man nur erahnen. Dazu wirken
beide Zutaten ein bisschen zu harsch und unreif, zu gerstig und hart.
Die Harmonie ist bescheiden, die Zutaten schaffen es kaum, Dynamik oder
Zusammenhalt aufzubauen. Immerhin ist das Wasser fein und die Kohlensäure
macht sich prima, sodass die Süffigkeit eigentlich ordentlich ist.
Und da auch wirklich störende Einflüsse fast ganz fehlen,
kann man eigentlich sagen, dass dieses Bier aus Armenien letztendlich
kein Geschmacksbringer ist, keine Frage, dafür aber wenigstens
durch ein dünnes, leichtes, unaufgeregtes Aroma für ein Mindestmaß
an Freude sorgt. Sicher gibt es bessere Biere. Auch in exotischen Bierregionen,
wie z.B. Armenien. Aber sind wir mal ehrlich. Wer hätte gedacht,
dass in diesem Bier überhaupt Bier gebraut wird? Und wer hätte
gedacht, dass eine Flasche tatsächlich den Weg auf unsere Biertesttafel
finden wird?! An dieser Stelle Tausend Dank an Tomasz für die Logistik
und Spende. Das Bier an sich kein Hit. Zu trocken, unlebendig und ausdruckslos.
Die Herkunft auf jeden Fall.
Fazit: Land Nr. 96 !
Wertung: + - [t 10/05]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516:
JA
Zutaten: Wasser, Gerstenmalz, Braugerste, Hopfenextrakt,
Bierhefe
PS: Herzlichen Dank an unseren treuen Fan Tomasz aus Hamburg, der uns
dieses Bier aufgetrieben und gespendet hat. Als Reisebegeisterter kommt
er in die entlegensten Winkel (Infos unter
www.touropean.com)
- vielleicht kann er uns ja in naher Zukunft nochmals so eine Rarität
organisieren ...