Krönes Eifeler Landbier (5,2 %) 0,5-Liter-Flasche Gemünder Brauerei seit ? aus Schleiden-Gemünd in Nordrhein-Westfalen:


Huppa. Was für ein Schaumstrom. Vorsicht! Sonst schießt’s über den Glasrand hinaus. Dafür kommt natürlich eine ansehnliche Haube zustande, wenn man weiterführend pfleglich einschenkt. (Obwohl die Poren außen nicht wirklich perfekt geformt sind.) Das Gelb ist hell und leicht eingetrübt. Der Geruch ist auffällig unauffällig, klar und rein zwar, aber auch etwas ausdruckslos. Was ist passiert? Ein trockener und etwas unnahbarer Malzton, der kurz mit dem Hopfen flirtet, ist spürbar. Auch ein sanfter Hefeschimmer ist mit an Bord. Aber das ist alles sehr dezent und überschaubar.
Im Antrank wendet sich das Blatt. Ausdruck, Tiefe, Intensität nehmen zu. Eine angenehm säuerlich-frische Malznote, angereichert mit einer Spur Citrus, schlägt den Ton an. Die Hefe spielt im Hintergrund, ist schlank, scharf geschnitten, griffig bis hart. Der Hopfen ist trocken, nicht ungeschmeidig in der Bitterkeit, jedoch findet sich auch hier eine Schlankheit, die zwar durch eine nicht unraffinierte Grasigkeit gestützt wird, aber nicht emporgehoben. Die Vollmundigkeit ist durchschnittlich ausgeprägt. Die 5,2 Touren greifen nicht wirklich tief. Die Schaumbildung im Mund, verursacht von der opulenten Kohlensäure, entpuppt sich als wenig förderlich. Trockene, citrusartige, schlanke Malzaromen dominieren bei minimierter Hopfung. Das Wasser ist fein. Keine Frage. Der Geschmackskörper trägt eine gewisse Unruhe in sich. Eine kellerbierartige Muffigkeit ist spürbar. Nussige Impressionen stellen sich ein. Das Grasige des Hopfens. Die Citrusnuancen. Ein Sammelsurium an Aromen. Reichhaltig. Keine Frage. Wenn auch Dichte und Harmonie nicht perfekt.

Fazit: Sammelsurium
Wertung: + + + + - [t 05/11]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Inhaltsstoffe: Brauwasser, Malz, Hopfen, Hopfenauszüge, Hefe


Krönes‘ Eifeler Landbier (5,1 %) Gemünder Brauerei seit ? aus Schleiden-Gemünd in Nordrhein-Westfalen:

Ungewöhnliche Farbgebung. Grelles Dunkelgrün und Leuchtpastellgelb. Mal was anderes. Dieses Bier wartet mit einigen goldenen DLG-Prämierung auf ... die Spannung wächst. Der Schaum ist schon mal gut. Mittelporig, von gutem Volumen und potentem Stand. Malziger, korniger, spelziger Geruch. Nicht superharmonisch. Aber auch nichts störendes. Leicht unreif. Trotzdem volles Auftraten. Recht helle Farbe.
Malziger, in Ansätzen mit einem Kellberbier vergleichbarer Antrank. Die hinzugefügt Hefe macht sich klar und angenehm bemerkbar. Das Malz wirkt schlank und ist flott unterwegs. Der Hopfen fügt eine feinherbe, gemütlich wirkende Bitterkeit hinzu, die nie aufdringlich oder überfordernd wirkt. Der Geschmack ist sicher nichts außergewöhnliches, dafür besticht dieses Bier durch Harmonie und Bekömmlichkeit. Das Aroma ist Mild und gut ausbalanciert. Keine Haken und Ösen sondern freier, unbeschwerter Geschmack. Jede Zutat gibt ihren Senf hinzu: das Malz etwas dünn dafür schnell. Die Hefe mit leicht citrusfruchtiger Untermalung (kann auch woanders herkommen). Der Hopfen distinguiert im Hintergrund werkelnd. Abwartend, untergeordnet, zufrieden. Alles zusammen gebracht ein mehr als guter Geschmacksansatz. Sicher nicht das Rad neu erfunden, aber auf jeden Fall ein Trank, der Spaß macht und dem Trinker etwas gibt. Der Antrank malzgeprägt. Der Hopfen entfaltet sich am Ende mehr und mehr. Die Hefe, leicht mehlig, auf gleichbleibenden Niveau. Dazu eine feine Fruchtigkeit, citrusähnlich. Das Wasser sehr weich, samtig. Die Kohlensäure gut, ein Hauch weniger Aktionsbereitschaft wäre vielleicht besser gewesen. Dennoch eine gute Basis. Die Vollmundigkeit könnte sicher ausgeprägter sein. Auch dem Aroma an sich fehlt ein bisschen Individualität, um sich wirklich von der Masse abzusetzen. Die Zutaten machen einen guten Eindruck. Aber genau diesen hat man, wenn er sagt, dass der letzte Kick irgendwie fehlt, der Funke nicht richtig überspringt. Ein solides, handwerklich einwandfreies Landbier, dem vielleicht etwas Wildheit und Kernigkeit abgeht, um in den Kreis der Erhabenen einzutreten. Das Lindenbräu Festbier von vorhin jedenfalls war eindeutig imposanter.

Fazit: Nicht ganz so imposant
Wertung: + + + + - [t 12/05]
Gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516: JA
Zutaten: Brauwasser, Malz, Hopfen, Hopfenauszüge, Hefe
PS: Vielen Dank an Markus J. für die Zusendung dieses Bieres.