Krusovice Böhmisches Schwarzbier (3,8 %) Königliche Brauerei aus Krusovice Tschechien:
Die äußere Aufmachung ist schon mal sehr beeindruckend. Das sieht richtig nach was aus. Edel. Stimmig. Jugendstil. Einfach gelungen. Dann der Name. Krusovice. Die Brauerei, deren Patron Kaiser Rudolf der Zweite ist. Und früher hatte diese Braustätte auch einen Namen, der in der Weilt für Erfurcht sorgte. Mittlerweile brauen die Damen und Herren den Süßstoff E 950 ein. Fürchterlich. Und es wird Zeit, dieses einstige Götterbier nochmals unter die Lupe zu nehmen.
Richtig schwarz ergießt es sich ins Glas. Da passt kein Lichtstrahl durch. Der Schaum ist ziemlich dunkelbeige und krönt den ersten Eindruck. Der Geruch ist eher erdig, trocken, und irgendwie verheißungsvoll.
Sakra. Was für ein Pfund. Der Antrank und der Mittelteil haben dermaßen viel Ausdruck und Potential, man fragt sich bei lediglich 3,8 Umdrehungen: wo nehmen die das nur her? Das Wasser ist fabelhaft weich, die Kohlensäure perfekt eingestellt. Die Süffigkeit ist verheerend. Der Antrank verliert im Vergleich etwas an Fahrt, ohne zu enttäuschen. Vielmehr steckt auch hier großer Ausdruck drin. Das Malz steht klar im Vordergrund. Leicht geröstet, trocken und sehr rein streckt es seine Fühler nach des Trinkers Geschmackspapillen aus. Ein wirklich unglaublich süffiges, bekömmliches, mild-würziges Bier. - - Wäre da nicht die Sache mit dem E 950. Auf Anfragen hat uns ein zwar netter aber eher unverbindlicher Herr keine genaue Antwort auf unsere Fragen geben können/wollen. Er riet uns nur, sich nicht beim Genuss beeindrucken zu lassen. Leicht gesagt. Dass die Böhmen traditionell Zucker mit einbrauen ist bekannt und nicht weiter dramatisch. Zucker ist ein Geschmacksträger, der den Tschechischen Bieren in einigen Fällen zu Höhenflügen verhilft. Ist halt nicht jeder dem Reinheitsgebot so stark verbunden wie die Deutschen. Aber E 950 ? ! ? ! Ist das den wirklich nötig? Zugegeben. Das Bier schmeckt höllisch gut und wüsste man nicht, dass dieser chemische Mist din wäre, so würde man ihm eine ganz ganz hohe Wertung geben MÜSSEN. Aber so ?! Jammerschade. Dass solch ein tolles Bier mit Zusatzstoffen veredelt wird, die beim Bierbrauen eigentlich nichts zu suchen haben. Wenn das Keiser Ferdinand der Zweite wüsste ... der würde sich im Grab herumdrehen.
Fazit: Warum E 950 ? ? ? ?
Wertung: ? (t 07/05)
Gebraut nach dem Reinheitsgebot: NEIN
Zutaten: Brauwasser, Gerstenmalz, Hopfenextrakt, Hopfe, Ersatzsüßstoff E 950
Krusovice Schwarzbier 3,8% Vol. seit 1581 aus Krusovice in Böhmen:
Als ich dieses Bier ins Glas schenkte wurde mir regelrecht schwarz vor Augen. Man ist kaum dazu in der Lage durch das Glas zu schauen, so pechschwarz präsentiert sich die Farbe des Bieres. Darüber trohnt ein stämmiger, würziger leicht beiger Schaum und rundet damit den Gesamteindruck des Bieres so harmonisch ab, dass man es sich fast nicht getraut von dem Hopfentropfen zu kosten. Aber nix da, jetzt wird reingebissen... gluck,gluck???..., ..., unfassbar..., moment. Nochmal... gluck, gluck ..., ..., das gibt's doch nicht. Wie zum Geier braut man solch ein Bier. Ich bin begeistert, einfach sprachlos. Das schmeckt ja sagenhaft. Diese Mischung aus malzig, kräftig, herb, rauchig, schwer, dabei aber im Gegensatz gleichzeitig diese Milde, Sanftheit, und Zurückhaltung um nicht wie ein Dampfhammer in den Rachen zu dreschen ist das mit beeindruckendste Geschmackserlebnis das ich jemals bei einem Bier schmecken durfte. Diese wundervolle Verspieltheit von Harmonie der Zutaten untereinander zu einem der gelungensten Abgänge die es wohl bei Bier zu finden gibt macht mich besonders glücklich und stolz ein Biertester zu sein. Scheiße Mann, besaufen könnt' ich mich damit auf derbste Weise, aber ich bleib mal lieber cool und teste lieber im nüchteren Zustand noch ein oder zwei Biere. Vielleicht finde ich hier in Böhmen ja auch mal ein schlechtes Bier. Wäre mal was anderes. In diesem Land wäre ich binnen Monaten schwerster Alkoholiker. Ich müsste dann ständig nach Belgien fahren um wieder runter zu kommen. Wie dem auch sei, es ist wirklich sonderbar, dass dieses offensichtlich kräftige Bier mit seinem wuchtigen Äußeren über solch eine Milde verfügt. Wenn ich dieses Schwarze z.B. mit dem Kalomator aus der Kalt-Loch-Bräu-Miltenberg (Test folgt noch) vergleiche, fällt es mir wirklich schwer mich zu beherschen um nicht ausfällig zu werden. Während das Kalomator circa die gleiche Farbe hat schmeckt es eher nach Spiritus als nach Bier. Hingegen dieses wundervolle Krusovice nebenbei nach Alkohol schmeckt (3,8% Vol.) besticht es durch seine zungenschmeichelnden Art seine hervoragenden Zutaten in den Vordergrund zu spielen. Nicht umsonst wurde dieses Bierjuwel schon im Jahre 1891 mit der Prager Goldmedaile für bestes Bier prämiert. Außerdem kann man verstehen, dass dieser Trank seit 1583 in der Obhut des Kaisers Rudolfs des II. zu Krusovice mit Liebe zur Tradition gebraut wird und dort auch Heute noch unter ständiger Aufsicht steht. Ein Paradebier der Extraklasse. Das muss man getrunken haben.
Prädikat: Schwarzer Halbgott
Wertung: + + + + + + (pat 06.01)